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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Katharine Weißgerber

Katharine Weißgerber

Florian Russi

Eine heldenhafte Frau, genannt „Schulze Kathrin"

Grab von Katharine Weißgerber auf dem Ehrenfriedhof im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken
Grab von Katharine Weißgerber auf dem Ehrenfriedhof im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken

Mitten im Schlachtgetümmel am Spicherer Berg im Jahr 1870 war sie es, die nicht Freund oder Feind unterschied, sondern allen selbstlos half und dabei ihr eigenes Leben riskierte. Die als „Schultze Kathrin" bekannt gewordene Bergmannstochter arbeitete als Haus- und Kindermädchen in einer Saarbrücker Familie. Als französische Truppen zu Beginn des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 in Saarbrücken einfielen, versorgte sie einen Schwerverwundeten und kümmerte sich darum, dass er im Sterben geistlichen Beistand erhielt.

Die Erfahrung, einem Soldaten in schwerster Stunde geholfen zu haben, war wohl der Antrieb für sie, auch zu Hilfe zu eilen, als am 6. August preußische Truppen die Spicherer Höhen erstürmten und sich mit den Franzosen eine militärstrategisch wenig bedeutsame, aber sehr blutige Schlacht lieferten. Aus freien Stücken lief sie zwischen den kämpfenden Soldaten hin und her und kümmerte sich, ohne an die eigene Sicherheit zu denken, um Verwundete und Sterbende beider Kriegsparteien.

Immerhin führte dies dazu, dass im heutigen Saarland fast niemand mehr die Namen der kriegsführenden damaligen Generäle kennt, wohl aber die aus Schwarzenholz, einem heutigen Ortsteil der Gemeinde Saarwellingen, stammende Schultze Kathrin vielen etwas bedeutet.

Auch Preußenkönig Wilhelm, der wenig später zum ersten deutschen Kaiser ausgerufen wurde, erfuhr von dem heldenhaften Einsatz der damals 52-jährigen Frau. Er verlieh ihr das Verdienstkreuz für Frauen und Jungfrauen.

Katharine Weißgerber, genannt Schultze Kathrin, starb am 06. August 1886, auf den Tag genau sechzehn Jahre nach der Spicherer Schlacht. Sie wurde auf dem Ehrenfriedhof für die 1870/71 Gefallenen beerdigt. Dieses „Ehrental" genannte Gelände ist heute Teil des Deutsch-Französischen Gartens in Saarbrücken. Der Grabstein trägt die Inschrift: „Dem heldenmütigen Mädchen zum ehrenden Gedächtnis gewidmet von ihren Mitbürgern." 

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Bildnachweise:
- Vorschaubild oben links: Foto von Katharine Weißgerber, Datum vor 1900, (bearb.)
- Foto: "Grab von Schultze Kathrin auf dem Ehrenfriedhof im Deutsch-Französischen Garten": Florian Russi