Saarland-Lese

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Saarbrücken

Die 99 besonderen Seiten der Stadt

Rita Dadder und Florian Russi

Saarbrücken, Landeshauptstadt des Saarlandes und unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze gelegen, ist eine Stadt mit vielen Reizen. Es hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Von Goethe wurde es besucht und beschrieben und von Kaiser Barbarossa teilweise zerstört. Heute ist Saarbrücken eine moderne Metropole mit Universität, Museen und vielfältiger Kultur. Hier lebt man nach der Devise: »Wir wissen, was gut ist«, ist gastfreundlich und lässt sich gerne »entdecken«.


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Das verlassene Krankenhaus bei Tschernobyl

Nic

Heft, 28 Seiten, 2020 - ab 23 Nov. erhältlich

Die Stadt Prypjat liegt nur 3 Kilometer von Tschernobyl entfernt. Im hiesigen Krankenhaus wurden unmittelbar nach der Explosion des Atomreaktors die ersten stark verstrahlten Opfer behandelt. Viele von Ihnen sind an der massiven Strahlenbelastung gestorben.

Am 27. April 1986, einen Tag nach der Nuklearkatastrophe, wurde die Prypjat evakuiert. Seither ist die Stadt, wie auch das hier gezeigte Krankenhaus verwaist. 30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Nic führt uns auf einem Rundgang durch verlassene Gänge vorbei an verfallenen OP-Sälen und Behandlungszimmern.

Für alle Fans von Lost Places.

Ab 4 Heften versenden wir versandkostenfrei.

Zweikönigstreffen im Hause Boch

Zweikönigstreffen im Hause Boch

Florian Russi

Ein Kronprinz auf Saarlandreise

Jean-François Boch
Jean-François Boch
Im Jahr 1833 bereiste der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm (1795-1861) das Gebiet der unteren Saar. Es gehörte zur damaligen Rheinprovinz, die beim Wiener Kongress 1815 Preußen zugesprochen worden war. Der Vater des Kronprinzen, Preußenkönig Friedrich Wilhelm III, hatte ihn 1830 beauftragt, sich in dem zugewonnenen Gebiet umzusehen und Projekte zu entwickeln, welche die preußische Präsenz dokumentierten. Geeignete Logiermöglichkeiten gab es in der Region für den Prinzen kaum, und so nahm er gerne die Einladung des Mettlacher Unternehmers Jean-François Boch (1782-1858) an. Beim Abendessen eröffnete ihm sein Gastgeber, dass er an diesem Tag die Ehre habe, zwei königliche Hoheiten unter seinem Dach zu beherbergen. Auf die verwunderte Nachfrage des Prinzen erzählte ihm Boch, dass er die Gebeine des 1346 in der Schlacht von Crécy gefallenen „blinden Königs von Böhmen" in einer Truhe aufbewahre. Johann II. von Böhmen stammte aus dem Hause Luxemburg. Sein Vater war der deutsche Kaiser Heinrich VII. Nach Johanns Tod wurde seine Leiche in die Benediktinerabtei von Luxemburg verbracht. Wegen Umbauten musste sie dann zweimal umgebettet werden und gelangte schließlich in den Besitz eines Bäckermeisters, der sie Jean-François Boch überantwortete.
Die Fabrik Boch in Mettlach (zeitgenössischer Stich)
Die Fabrik Boch in Mettlach (zeitgenössischer Stich)

Friedrich Wilhelm zeigte sich sehr an dieser Geschichte interessiert. Vier Männer aus dem Geschlecht der Luxemburger waren römisch-deutsche Könige und Kaiser gewesen und Friedrich-Wilhelm zählte Johann II. zu seinen Vorfahren. Er ließ sich die Truhe mit den sterblichen Überresten des „blinden Königs" übergeben und sie in einen Sarkophag in die Kasteler Klause verbringen.

Diese Geschichte hörte ich erstmals in einer Runde von Kanuten, Lehrern und Heimatforschern. Sie ist historisch belegt. Nicht zutreffend war dagegen die andere in diesem Kreis geäußerte Meinung, wonach die Familie Boch geadelt worden sei, weil der Kronprinz bei keinem bürgerlichen Gastgeber hätte wohnen dürfen. In Wirklichkeit wurde erst Jean-François‘ Sohn Eugen Boch, der als sein Nachfolger viele Jahre die Firma führte und Mitglied des Landtags der preußischen Rheinprovinz war, wegen seiner unternehmerischen und gesellschaftlichen Verdienste im Jahr 1892 in den erblichen Adelsstand erhoben.

 

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Bildnachweise:
- Vorschaubild: Friedrich Wilhelm IV als Kronprinz. Quelle: Wikipedia
- Jean-François Boch. Quelle: Wikipedia
- Fabrik und Firmensitz in Mettlach (zeitgenössischer Stich)

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