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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Karl August Woll

Karl August Woll

Herbert Kihm

Eine herausragende Gestalt des St. Ingberter Kulturlebens

Neben dem Maler Albert Weisgerber (siehe: saarland-lese.de) gehört Karl August Woll zu den beiden größten Künstlern der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts seiner Heimatstadt.

Karl August Woll wurde am 10. Februar 1834 als Sohn eines St. Ingberter Bäckers in der Kaiserstraße geboren. Die Eltern ermöglichten ihm ein Studium am Bischöflichen Konvikt in Speyer, 1854 begann er dann ein Jurastudium in München (St. Ingbert gehörte damals zur bayerischen Rheinpfalz), brach dieses aber auf Wunsch seiner Mutter ab, um Theologie zu studieren. In den Jahren 1861 bis 1864 arbeitete er als Hauslehrer bei wohlhabenden Winzerfamilien in Deidesheim. Diese Zeit bezeichnete er im Nachhinein als die schönste seines Lebens. 1863 übernahm der bei der „Pfälzischen Zeitung“ in Speyer die Redaktionsleitung des heimatlichen Beitrages „Palatina“. Als Redakteur zeigte er sich ausgesprochen reformfreudig und bismarckkritisch. Er wollte die bayerische Souveränität über die Zeit retten und befürchtete eine Übermacht Preußens. Im Deutsch-Französischen Krieg wurde er, der perfekt Französisch sprach, als Sanitäter eingesetzt.

Ab 1871 wurde er Waisenhausinspektor für das Unterelsass in Straßburg und übte das Amt bis 1891 aus. Diese Zeit war die fruchtbarste im Schaffen Wolls. Das geplante Buch über den Bliesgau blieb allerdings unvollendet, von den 30 Manuskriptbüchern dazu sind leider nur drei im Zweiten Weltkrieg erhalten geblieben.

Karl August Woll starb am 17.April 1893 in Straßburg; sein Grab befindet sich auf dem St.Ingberter Alten Friedhof.

Das literarische Schaffen von Karl August Woll:
Woll gehört zu den fünf „Klassikern der Pfälzer Mundart“. Aber nicht nur die Pfälzer Mundart lag Woll am Herzen; er war wohl der Erste, der sich intensiv mit der Geschichte seiner saarpfälzischen Heimatstadt und des Bliesgaues beschäftigte. Mit seiner heimatbezogenen Lyrik, seinem pfälzischen Humor, der von Grund auf erfreute, hat er sich weit über die Grenzen einen Namen gemacht.

Das Saumagenlied

Preisend mit viel schönen Reden
ihrer Speisen Wert und Zahl
saßen kompetente Männer
einstens froh im Speisesaal.
"Herrlich schmeckt" - so sprach der erste -
"stets die Leber einer Gans,
aber erst bei Brück in Landau
kommt sie zu dem wahren Glanz."
"Lieber ist mir" - sprach der zweite -
"von den Gänsen stets die Brust:
Ja sogar die alten Pommern
haben dies schon längst gewußt."
"Höret" - sprach darauf der dritte -
"eure Sachen sind wohl fein,
doch ich lobe mir vor allem
Leberwurst von Worms am Rhein."
"Ja, die Wormser sind vortrefflich" -
Sprach der viert' -, "ich kenne sie:
Doch es sind die Otterberger
delikater noch als die."
Und der fünfte sprach: "Ich schätze
jeden hehren Wurstgenuß,
doch am Schwein ist stets das Feinste
so ein Ohr und eine Schnuß."
"Diese Sachen" - sprach der sechste -
"kenn' ich alle sehr genau,
doch es geht mir über alles
stets der Magen einer Sau.
Gut gefüllt wie sich's gebühret,
hergerichtet mit Verstand,
ißt ihn froh bei Weib und Kinde
jeder Untertan im Land."
Und es stimmt der Leberlober,
Wurst- und Schnußverzehrer ein:
"Sauenmagen ist das Beste,
dieser Füllsel-Edelstein."

Karl August Woll (1835-1893)

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Bildquelle: Fotoporträt Karl August Woll (1834-1893), Archiv des Saarpfalz-Kreises, via wikipedia commons, gemeinfrei