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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Europäischer Kulturpark Bliesbruck-Reinheim

Europäischer Kulturpark Bliesbruck-Reinheim

Florian Russi

Kelten, Römer und Franken im Saarland

Am Ende des 30-jährigen Krieges sollen im heutigen Saarland nur noch etwa 600 Menschen gelebt haben. Dass die Zahl der Bewohner später auf über 1 Million stieg, ist vor allem dem Zuzug von Personen aus der Pfalz, vom Hunsrück, aus Wallonien, Tirol und Frankreich zurückzuführen (s. auch: Chaldäer im Saarland). Diese Zuwanderer kamen vor allem, weil die saarländischen Kohlegruben und die damit zusammenhängende Industrie und Wirtschaft viele Arbeitsplätze boten. Das Land an der Saar war allerdings schon seit frühester Zeit von Menschen bewohnt. Es finden sich Spuren aus der Steinzeit (Gollenstein bei Blieskastel, Urnengräber in Ballern u.a.) sowie von Kelten (Keltengräber in Reinheim, Hunnenring in Otzenhausen u.a.), Römern (Villen in Borg und Nennig, Mithras-Kultstätte auf dem Halberg in Saarbrücken u.a.) und Franken (Münzfunde in Bachem, Ortsnamen mit der Endung -Weiler u.a.). Ein imposantes Zeugnis dieser Geschichte stellt der Kulturpark bei Reinheim dar.
Blick über die Ausgrabungsstätten im Europäischen Kulturpark
Blick über die Ausgrabungsstätten im Europäischen Kulturpark
 

Hier wurden seit dem 18. Jahrhundert eher zufällig immer wieder neue Spuren aus der Römer- und Keltenzeit entdeckt. Anfang des 19. Jahrhunderts begann man mit ersten systematischen Ausgrabungen. Im Jahr 1954 erregte die Entdeckung eines Fürstinnengrabes aus der frühen keltischen Latènezeit internationales Aufsehen. Zuvor schon war man bei Grabungen in dem Gelände auf die Reste von 5 römischen Kaltsteinöfen gestoßen. 1971 wurden die Reste einer römischen Siedlung entdeckt.

Museum Europäischer Kulturpark - Maison Jean Schaub
Museum Europäischer Kulturpark - Maison Jean Schaub

1989 kam es zur Gründung des Europäischen Kulturparks Bliesbruck-Reinheim. Bliesbruck ist ein Reinheim gegenüberliegender kleiner Ort in Lothringen. Das Gelände des Parks liegt unmittelbar im saarländisch-lothringischen Grenzgebiet. Auch deshalb und wegen seiner herausragenden historischen Bedeutung wurde der Park als „europäisch" bezeichnet. Die französische Regierung hat ihn in die Liste der bedeutendsten archäologischen Stätten ihres Landes aufgenommen. Betrieben wird der Kulturpark gemeinsam vom französischen Département Moselle und der Stiftung Europäischer Kulturpark und gefördert durch das französische Kultusministerium, das Saarland und die Gemeinde Gersheim, der Reinheim angehört.

Das Keltengrab wurde begehbar gemacht und durch ein Museum ergänzt. Über den römischen Fundstätten wurden z.T. Schutzgebäude errichtet, in denen viele Funde ausgestellt sind.

Das Parkgelände umfasst 7000.000 m³. Noch lange ist es nicht völlig erschlossen. Archäologische Grabungen und Untersuchungen sind zeitaufwendig und teuer. Doch der Aufwand lohnt sich und verspricht weitere Erkenntnisse über das Leben unserer Vorfahren. Das Saarland, das beste Voraussetzungen hat, ebenso wie das benachbarte Lothringen zu einem Touristenland zu werden, kann mit historischen Zeugnissen aufwarten, wie sie diesseits der Alpen selten, ja einmalig sind.
 

Wegweiser vor dem Eingang zum Europäischen KulturparkKeltische Grabhügel (mit Fürstinnengrab) Hügelgräber mit FürstinnengrabFürstinnengrabReinheimer Kanne (Grabbeigabe)Armreifen (Grabbeigaben)Reinheimer Pferdchen - vergrößerte Replik auf dem GeländeAusgrabung auf dem GeländeSkizze der römischen VillaSchutzhaus mit Ausstellungsräumen für die römischen FundeMaske eines römischen ReiterhelmsStatue einer weiblichen GottheitKeramikfundeWerkzeugfunde2 Die Ausgrabungen sind noch lange nicht beendet

 

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Fotos: Florian Russi

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