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Saarbrücken

Die 99 besonderen Seiten der Stadt

Rita Dadder und Florian Russi

Saarbrücken, Landeshauptstadt des Saarlandes und unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze gelegen, ist eine Stadt mit vielen Reizen. Es hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Von Goethe wurde es besucht und beschrieben und von Kaiser Barbarossa teilweise zerstört. Heute ist Saarbrücken eine moderne Metropole mit Universität, Museen und vielfältiger Kultur. Hier lebt man nach der Devise: »Wir wissen, was gut ist«, ist gastfreundlich und lässt sich gerne »entdecken«.


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Krabat

Florian Russi | Andreas Werner

Krabat ist die bekannteste Sagenfigur aus der Oberlausitz. Das Müllerhandwerk und das Zaubern hatte er vom "schwarzen Müller" erlernt, von dem man gemunkelte, dass er mit dem Teufel im Pakt stand. Irgendwann musste es zum Machtkampf zwischen Meisetr und Schüler kommen.

Die Hauptwirkungsstätte Krabats war die Mühle in Schwarzkollm, einem Dorf, das heute zu Hoyerswerda gehört. Die Mühle besteht noch und hat nach umfänglicher Restaurierung nichts von ihrer Romantik und Magie verloren. Seit 2012 finden hier die Krabat-Festspiele statt.

Leidingen

Leidingen

Rita Dadder

Geteilter Grenzort

Die Grenze im Dorf - Im Hintergrund die Kirche St. Remigius
Die Grenze im Dorf - Im Hintergrund die Kirche St. Remigius

Am hellen Daach mitten uff da Gass hann eich de Grenz gefun. Wat hot die do verlor?". So charakterisierte der Schriftsteller Alfred Gulden das Dörfchen Leidingen. Es liegt auf dem Saarlouiser Gau an der Grenze zwischen dem Saarland und Lothringen. Genauer gesagt wird die Gemeinde von der Grenze durchzogen. 192 Leidinger leben auf deutschem, 28 auf französischem Staatsgebiet und haben entsprechende Nationalitäten. Das ist heute eine Kuriosität, historisch gesehen jedoch war es ein Problemfall.

Leidingen ist schon 893 urkundlich erwähnt worden. Die Region war viele Jahrhunderte zwischen dem Bistum Metz und Lothringen auf der einen, dem Bistum Trier auf der anderen Seite heftig umstritten. Später musste sie die Herrschaft Napoleons und deren Niederschlagung, den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 sowie den ersten und den zweiten Weltkrieg als Frontgebiet ertragen. Mehrmals waren die Leidinger gezwungen, ihre Nationalitäten zu wechseln.

Neutrale Straße
Neutrale Straße
Die heutige Grenze wurde im Jahr 1829 im Gefolge des Pariser Friedens zwischen Frankreich und Preußen festgelegt. Sie wurde dabei nicht, wie es heute erscheinen mag, willkürlich durch den Ort gezogen. Das Gebiet von Leidingen umfasste damals drei kleine Gemeinden und die Trennung in französisches und deutsches Hoheitsgebiet erfolgte zwischen den Dörfern Heiningen und Schrecklingen - auf der einen und Leidingen auf der anderen (deutschen) Seite. Trotz der Teilung setzten die Dorfbewohner ihr gemeinsames soziales Leben fort und besuchten gemeinsam die katholische Kirche St. Remigius in Leidingen. Um ihre Zusammengehörigkeit zu verdeutlichen, bauten einige Bewohner ihre Häuser eng an die Grenze, so dass der Eindruck entstand, die Ortsteile hätten immer schon eine Einheit gebildet. Heute bildet die Straße, die zwischen diesen Häusern hindurchführt und auf deutscher Seite „Neutrale Straße", auf französischer „Rue de la Frontière" (Grenzstraße) heißt, die Staatsgrenze zwischen Frankreich und Deutschland.
Rue de la Frontière
Rue de la Frontière
Erst als 1933 in Deutschland Hitler die Macht ergriff, beschlossen die Gemeinden Heiningen und Schrecklingen eine eigene Kirche zu bauen. Sie befürchteten wohl damals schon, dass das noch vom Völkerbund regierte Saargebiet unter nationalsozialistischen Einfluss geraten könnte. Die neue Kirche wurde oberhalb des französischen Ortsteils von Leidingen errichtet und der französischen Nationalheldin Jeanne d'Arc, der Heiligen Johanna von Orléans geweiht. Man hätte das als Provokation auffassen können, wenn man nicht wüsste, wie liberal und tolerant und wenig nationalistisch die Bewohner der saarländisch-lothringischen Grenzregion eingestellt sind.
Jeanne d'Arc-Kirche mit Pfarrhaus
Jeanne d'Arc-Kirche mit Pfarrhaus

Die stattliche Kirche sollte auch die Bewohner der umliegenden lothringischen Gemeinden anlocken, doch die blieben ihren gewohnten Dorfkirchen treu. Es waren eher die Saarländer, die sich durch die herausgehobene Lage der Kirche angezogen fühlten. Auch ich war einige Male dort und wurde durch einen weiten Blick über den Saargau belohnt.

Inzwischen ist das schön gelegene Pfarrhaus verwaist. Das ist sehr schade, denn der frühere Pfarrer war ein sehr freundlicher Mann. Was in Leidingen geblieben ist, ist eine Stätte der Freizügigkeit, ohne Schlagbäume, Zollhäuschen oder Grenzkontrollen und mit einigen Schildern und Straßennamen, die daran erinnern, dass es nicht immer so war.

 

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Fotos: Rita Dadder

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