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Saarbrücken

Die 99 besonderen Seiten der Stadt

Rita Dadder und Florian Russi

Saarbrücken, Landeshauptstadt des Saarlandes und unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze gelegen, ist eine Stadt mit vielen Reizen. Es hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Von Goethe wurde es besucht und beschrieben und von Kaiser Barbarossa teilweise zerstört. Heute ist Saarbrücken eine moderne Metropole mit Universität, Museen und vielfältiger Kultur. Hier lebt man nach der Devise: »Wir wissen, was gut ist«, ist gastfreundlich und lässt sich gerne »entdecken«.


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Christoph Werner

Schloss am Strom
Roman


Schinkel kämpft in seinen Fieberträumen um die Vollendung seines Bildes "Schloss am Strom". Er durchlebt auf seinem Krankenbett noch einmal sein erfülltes und von krankmachendem Pflichtgefühl gezeichnetes Leben und die Tragik des Architekten und Künstlers, der sich zum Diener des Königs machen ließ

Der geizige Bäcker von Saarbrücken

Der geizige Bäcker von Saarbrücken

Rita Dadder

Die Fratze an der Schlossmauer

An der Schlossmauer in Saarbrücken hängt eine steinerne Fratze, die der Sage nach einem Saarbrücker Bäcker nachgebildet ist.

Dieser Bäcker war bekannt wegen seines Geizes und seiner Hartherzigkeit. Selbst in schlimmen Zeiten, als viele Saarbrücker Bürger arm waren und hungerten, gab er kein Stück Brot ohne Bezahlung heraus. Er selbst war reich und zudem der einzige Bäcker weit und breit, so dass die Menschen auf ihn angewiesen waren. Doch selbst Mütter mit kleinen, halbverhungerten Kindern, die ihn nur um ein Stück Altbackenes baten, das sie ihren Kindern in Wasser tauchen wollten um es essbar zu machen, stießen bei ihm auf taube Ohren. „Kein Brot ohne Geld", knurrte er und wies ihnen die Tür.

Dies kam der Saarbrücker Gräfin im Schloss zu Ohren, die sich sehr um die Bürger sorgte. Sie wollte nicht glauben, dass jemand so mitleidlos handeln könne. Um den Bäcker auf die Probe zu stellen, verkleidete sie sich als arme Frau und bat ihn demütig und bescheiden um ein kleines Stück Brot. Sie wurde von dem erbarmungslosen Geschäftsmann ebenso abgewiesen wie alle anderen Bittsteller vor ihr.

Zurück im Schloss brannte die Gräfin vor Zorn über den Mann. Ein solcher Geizhals muss bestraft werden, am besten dadurch, dass man ihn lächerlich macht, dachte sie sich. Sofort ließ sie den besten Saarbrücker Steinmetzen kommen und erteilte ihm den Auftrag, den Kopf des Bäckers in Stein zu hauen, so dass er für alle Saarbrücker gut erkennbar sei und auch sein geiziger Charakter zum Ausdruck käme. Dies soll dem Steinmetz ausgezeichnet gelungen sein. Die Gräfin ließ die steinerne Fratze an der alten Brücke anbringen, wo sie hinfort durch den weit geöffneten Mund das Schmutzwasser in die Saar speien musste - zum großen Vergnügen der Saarbrücker Bürger.

Viele Jahre später, nachdem der Wasserspeier manche Kriege überstanden hatte und auch niemand mehr den geizigen Bäcker von Saarbrücken kannte, wurde er dennoch nicht in eine Rumpelkammer verbannt, sondern an der Schlossmauer unterhalb des Saarbrücker Schlosses befestigt.
Vielleicht auch als heimliche Mahnung an die Saarbrücker Geschäftsleute, dass man in dieser Stadt Geiz und Habgier nicht mag.

 

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Fotos: Rita Dadder

Literatur:
Deana Zinßmeister: Sagenhaftes Saarland. Sagen und Mythen aus der Region. Conte Verlag Saarbrücken 2012

 

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