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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

MELFOR, ein

MELFOR, ein "elsässiches Würzmittel"

Herbert Kihm

Aufgewachsen in Blieskastel,  sind mir aus der Küche meiner Mutter immer noch (fast) alle „saarländischen" Rezepte in Erinnerung geblieben. Ein absolutes „Muss" für meine Mutter war das Würzmittel „MELFOR"  als Salatwürze  und als Aufguss beim „Einmachen" der Gurken.

Die Historie von MELFOR begann 1919 im Elsass, als Fritz Spengler (!) aus Essig, Honig und Pflanzenextrakten „MELFOR" entwickelte. Bald (1922) trat das Produkt -„Plus doux que le vinaigre!" - „Sanfter als Essig!" -  von Straßburg aus seinen unaufhaltsamen Siegeszug in Richtung Saarland an, was zeigt, wie stark die saarländische Esskultur von unseren Nachbarn beeinflusst worden ist. 1959 wurde die erste Filiale in Saarbrücken gegründet, 1960 erfolgte der Umzug aus  produktionstechnischen Gründen nach St.Ingbert.  Der heutige, saarländische (der Stammsitz ist heute  Mulhouse) Firmensitz und die Produktion befinden sich in St. Ingbert/Rohrbach in der Oberen Kaiserstraße, wo seit 2006 Marianne Fritz als Geschäftsführerin verantwortlich zeichnet.

Die Geschäftsführung, die sich seit Fritz Spengler in ununterbrochener Folge in Familienhand befindet, achtet  sehr darauf, dass die Rezeptur des 100 jährigen elsässischen „Recette original" unverändert bleibt.

Essig wird bekanntlich seit 6000 Jahren (Ägypten, China) vom Menschen als Würz-, Heil- und Konservierungsmittel genutzt. Erwähnungen findet er  z.B. schon  im Alten Testament in den Sprüchen Salomons und im Buch Ruth. Römische Legionäre mussten jeden Tag „Posca" zur Stärkung und Desinfektion trinken, eine Mischung aus Essig und Wasser. „Posca" wurde auch Jesus am Kreuz verabreicht.

Essig entsteht durch die Oxidation von Ethanol zu Essigsäure durch Bakterien aus der Familie der Acetobacteraceae. Heute gibt es  eine schier unüberschaubare Vielfalt von Essigen  auf dem Markt, ja es gibt Gourmets, die weit über 100 € für eine besonders alte und seltene Sorte zu zahlen bereit sind.

 Essig schreibt man aber auch neben seiner Rolle in der Küche eine Reihe gesundheitsfördernder und „verschönernder" Wirkungen zu. Dies reicht vom Badezusatz, dem Haut- und Sonnenschutz bis zum Mittel gegen das „Ergrauen" der Haare oder gegen feuchte Hände.

Vielleicht war es ja auch unter anderem die Wirkung von „MELFOR" in Mutters Küche, dass sich bei mir eine lebenslange „Frankophilie" entwickelt hat. Wer weiß?

Hier nun  ein Rezept  mit MELFOR für eine einfache, echt saarländische (s. Zutaten!) Vinaigrette, die zu (fast)allen Salaten passt:

1 EL Amora-Senf (!)

2 EL MELFOR (!)

6 EL Lesieur -Öl (!)

Salz  und Pfeffer

frische, gehackte  Gartenkräuter,

Zubereitung:

Senf, MELFOR mit Salz und Pfeffer zusammenrühren, mit dem Öl zu einer gatten Sauce verrühren und die Kräuter zum Schluss untermischen.

****

Foto: Mr. Bernard Higy, Melfor SAS, 36, rue de l'Ill, BP 1026, F-68050 Mulhouse Cedex

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