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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Borussia Neunkirchen

Borussia Neunkirchen

Wilfried Burr

Oben im Vip-Raum des Ellenfeld-Stadions kann man durch die stolze Vergangen-heit der Borussia bummeln. Viele Pokale auf den Konsolen. Urkunden, Dokumente, leicht verblichene schwarz-weiße Fotos und farbige Poster an den Wänden. Drei Spielzeiten erste Fußball-Bundesliga. Die haben in den Winkeln des Neunkircher Traditionsklubs einen besonderen Stellenwert.

Der erste Aufstieg 1964. Da gibt es ein Ereignis mit Ewigkeits-Wert: Der Außenseiter aus der Hüttenstadt gewinnt beim Favoriten FC Bayern in München mit 2:0 und drängt die Beckenbauer-Junggarde für eine weitere Saison in die Warte- schleife über dem Bundesliga-Airport. Da ist der lange Willi Ertz; er ist Vergangenheit und Gegenwart in Personalunion:

Nach dem Sieg im Stadion an der Grünwalder Straße in Bayerns Metropole erhielt der Borussia-Schlussmann bundesweit in den Medien das Prädikat „Weltklasse". Heute steht Ertz dem Trainer Jörg Nehren hilfreich zur Seite und gibt den Torhütern des Klubs wertvolle Tipps für ihr Handwerk. „Ja, dieser Sieg in München damals war eine tolle Sache. Aber es hat in meiner langen Zeit bei der Borussia viele schöne Spiele gegeben", will der bescheidene Willi seine Karriere nicht immer an diesem Erfolgs-Erlebnis festgezurrt sehen. Borussia war und ist für den „Neinkerjer Bub" Herzenssache. In der Saison 1964/65 mischte Neunkirchen die Bundesliga gründlich auf und war ein belebendes Element. Trainer Horst Buhtz, von den Sportfreunden Saarbrücken gekommen, war ein guter taktischer Steuermann. Hinzu kam, dass die Rivalen den vermeintlichen Zwerg unterschätzten: Borussia war am Saisonende sensationell Zehnter, rangierte mit 27 Punkten vor dem Hamburger 5V, dem VfB Stuttgart, dem 1. PC Kaiserslautern, Hertha BSC Berlin, dem Karlsruher SC und Schalke 04. Die Kraft der ersten Spielzeit, von viel Begeisterung getragen, aber war in der zweiten nicht mehr da: In der Fußball-Kultstätte Ellenfeld kehrten triste Tage ein; am Saisonende 1966 war man mit 22 Punkten Vorletzter und Absteiger. Dürftiger sah nur die Bilanz von Tasmania Berlin aus (acht Punkte).

Trainer Horst Buhtz ging, Zeljko Cajkovski kam. Der stille Bruder des redselig-radebrechenden „Tschik" Cajkovski formte eine neue Mannschaft, die auf Südwest-Ebene unbeirrt ihre Kreise zog und überraschend im Sommer 1967 in der Aufstiegsrunde Furore machte: Rückkehr in die Nobelklasse nach nur einjähriger Wartezeit! Auf dem Weg zum Südwest-Gipfel hatte es zuvor einen großen Saarland-Schlager im Ludwigspark gegeben: Vor 42 000 (!) Zuschauern bezwang die Borussia nach Wolfgang Gayers Treffer den Verfolger 1. PC Saarbrücken mit 1:0. In der folgenden Aufstiegsrunde, an der auch der 1. FCS als Zweiter teilnahm, wurde Neunkirchen gegen die starken Konkurrenten Hertha BSC Berlin, Schwarz-Weiß Essen, Arminia Hannover und Bayern Hof bundesweit als Außenseiter gehandelt, stand am Ende aber auf dem obersten Treppchen und wieder in der Bundesliga.


Doch zwölf Monate später war das Kapitel wieder abgehakt. Erneuter Abstieg! Die höchste Klasse pendelte sich schon damals auf ein ständig steigendes Kosten-Niveau ein. Da war ein Verein von der kleinen Struktur Neunkirchens, in dem das Herz bis dahin weit vor dem Kommerz gestanden hatte, überfordert. 19 Punkte, Vor-letzter. Der Karlsruher SC war Letzter mit 17 Punkten.

Hoch lebe Eisen, hoch lebe Stahl, hoch lebe die Borussia! Nach diesem inzwischen antiquierten Motto hatten fast alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schichten den Traditionsverein, der stets ein Sympathieträger des Saarfußballs war, geholfen und waren im Stadion zu einer fördernden Einheit geworden. Diese Zeiten sind vorbei, aber manch einer erinnert sich gerne daran in den Minuten des Sieges.

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