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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Thomas de Choisy

Thomas de Choisy

Florian Russi

Er hing so sehr an „seiner" Stadt, dass er anordnete, im Falle seines Todes seinen Leichnam zwar in der Familiengruft in Mogneville (Departement Meuse) zu bestatten, sein Herz aber in Saarlouis zu belassen. Als 1965 die Pfarrkirche St. Ludwig umgebaut wurde, stießen Arbeiter auf das in einer Bleikapsel aufbewahrte Herz, das so lange für die Festungsstadt geschlagen hatte.

Thomas de Choisy (1632 - 1710) war der eigentliche Erbauer von Saarlouis. Zwar handelte er nach Anweisungen des großen Marschalls und Festungsbaumeisters Ludwig XIV., Sébastian de Vauban, und wurde von diesem gelegentlich auch angeleitet und kontrolliert, doch lag das Baugeschehen fast allein in Choisys Verantwortung.

Ludwig XIV. ernannte ihn auch zum ersten Gouverneur der Stadt. Von 1680 bis 1710 übte er dieses Amt aus. Er tat es als pflichtgetreuer Diener seines Königs und der ihm anempfohlenen Bürger. Die Saarlouiser ehren ihn noch heute, indem sie eine Ringstraße und den städtischen Fußballplatz nach ihm benannt haben. Auf dem Sportfeld wurde in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sogar um hohe Titel und Ehren gekämpft.

Choisy ist ein Sympathieträger geblieben. Sein Leben in Saarlouis verlief friedlich. Die Garnisonsstadt wurde nie zu einem militärischen Waffengang herausgefordert.

 

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Abb.: Reproduktion, Städtisches Museum Saarlouis