Saarland-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Saarland-Lese
Unser Leseangebot

Saarbrücken

Die 99 besonderen Seiten der Stadt

Rita Dadder und Florian Russi

Saarbrücken, Landeshauptstadt des Saarlandes und unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze gelegen, ist eine Stadt mit vielen Reizen. Es hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Von Goethe wurde es besucht und beschrieben und von Kaiser Barbarossa teilweise zerstört. Heute ist Saarbrücken eine moderne Metropole mit Universität, Museen und vielfältiger Kultur. Hier lebt man nach der Devise: »Wir wissen, was gut ist«, ist gastfreundlich und lässt sich gerne »entdecken«.


Unser Leseangebot

Hans-Jürgen Malles
Kennst du Friedrich Hölderlin?

Seine Werke gehört neben denen Goethes und Schillers zu den bedeutendsten der deutschen Klassik, auch wenn sein Leben im Wahnsinn endete. Eine Hinführung zum Verständnis von Hölderlins Persönlichkeit und Werk bietet Deutschlehrer Malles hier. Der Leser erhält Einblicke in ein facettenreiches Leben voller Höhen und Tiefen und darf teilhaben an Hölderlins Begeisterung für die Französische Revolution und die griechische Antike. Auch die Liebe zu Susette Gontard soll nicht unerwähnt bleiben.

Albrechts Casino am Staden

Albrechts Casino am Staden

Rudolf Dadder

Wo man sich trifft

Treffpunkt von Rotariern, Lions, Schlaraffen, Wirtschafts- und Kulturvereinigungen ist Albrechts Casino am Staden in der Bismarckstraße in Saarbrücken. Auch für dienstliche Besprechungen wird das gastliche Haus gern genutzt, so von mir, wenn ich mich auf „halbem Weg" mit Partnern und Geschäftsfreunden aus Paris treffe. Das italienische Wort „Casino" bedeutet kleines Haus oder Landhaus, in Deutschland ist es vor allem als „Spielcasino" geläufig. Doch auch für Kantinen mit höheren Ansprüchen wird der Name verwendet, zum Beispiel dann, wenn Menschen aus dem gehobenen Bürgertum sich zusammenschließen, um eine ihren Wünschen und Vorstellungen entsprechende Gastronomie zu schaffen.

Casino Restaurant und Terrasse
Casino Restaurant und Terrasse

Vor mehr als 200 Jahren war dies in Saarbrücken der Fall. 1796, also noch zu einer Zeit, in der das Saarland in die Nachwirren der Französischen Revolution (1789) einbezogen war und der Graf sowie der Thronerbe von Nassau-Saarbrücken fluchtartig ihr Land verlassen hatten (1793), gründeten Saarbrücker Kaufleute, Freiberufler und Beamte die „Saarbrücker Casinogesellschaft" zum Betrieb einer Begegnungs- Bildungs- und Feststätte. Bis zum Jahr 1941 diente hierfür das Hauptgebäude des heutigen Saarländischen Landtags. Dann musste sich die Gesellschaft unter dem Druck der Nationalsozialisten auflösen und wurde enteignet. Selbständige Eigeninitiativen, möglicherweise noch unter Beteiligung jüdischer Mitbürger, waren den Nationalsozialisten zuwider. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs erhielt die inzwischen wieder gegründete Casinogesellschaft zum Ausgleich ein herrschaftliches Bürgerhaus am Staden zugesprochen, das Anwesen, in dem das heutige Casino untergebracht ist.

Berliner Leber
Berliner Leber

Die Saarbrücker Bürger wissen, was gut schmeckt, und so muss sich die Küche des Hauses anstrengen. Sie tut es mit Erfolg. Die Speisekarte enthält nicht sehr viele, dafür aber sehr lohnende Angebote. Die Speisen und Menüs wechseln. Ich selbst habe die Berliner Leber und Couscous mit Gemüse und Lammfleisch in bester Erinnerung. Wie es sich im deutsch-französischen Grenzland an Saar und Mosel gehört, und wie man es unwillkürlich von einem Casino erwartet, enthält die Karte auch eine Sammlung von hervorragenden Weinsorten. Bewirtet wird in mehreren hübsch ausgestatteten Räumen und bei schönem Wetter auch auf der Gartenterrasse. 

Ein früherer Saarbrücker Gerichtspräsident hat mir erzählt, dass er und seine Kollegen sich regelmäßig im alten Casino zum Frühschoppen oder zu Weinproben trafen, währenddessen der Gerichtsdiener mit dem "Aktenbock" die zu bearbeitenden Schriftsätze und Unterlagen in die Wohnungen der Herren Juristen brachte.

Das heutige Casino liegt ein wenig abseits von den Gerichten und hohen Behörden. Dafür wird es gezielt für abendliche Veranstaltungen, gesellschaftliche Ereignisse, Tanzveranstaltungen, Betriebs- und Familienfeiern oder Arbeitsessen genutzt. Es bietet jedoch nicht nur Raum für Gasttagungen, sondern führt auch eigene Veranstaltungen wie Kamingespräche und Vorträge durch und ist Ausgangspunkt kulturhistorischer Führungen durch das Saarland. Ein eigens geschaffener Förderverein vergibt Preise an Nachwuchskräfte in der Musik und der bildenden Kunst. Für alle Beteiligten bietet das Casino am Saarbrücker Staden ein geeignetes und ansprechendes Ambiente.

 

*****

Fotos: Rudolf Dadder

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Oldenburger Hof
von Florian Russi
MEHR
Halfenhaus
von Jürgen Bolldorf
MEHR

Albrechts Casino am Staden

Bismarckstraße 47
66121 Saarbrücken

Detailansicht / Route planen

Anzeige:
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen