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Horst Nalewski
Kennst du Rainer Maria Rilke?
Der schwere Weg zum großen Dichter

Der junge Rilke wächst in Prag auf undentwächst den bürgerlichen Vorstellungen seiner familiären Umgebung. Auf der stetigen Suche nach sich selbst, findet er Halt im Schreiben und schreibt viel. "Der schwere Weg zum großen Dichter" ist hier verständlich und interessant dargestellt.

Pater Heribert Abel SVD

Pater Heribert Abel SVD

Herbert Kihm

Ein katholischer deutscher Märtyrer des 20. Jahrhunderts

Pater Heribert Abel gehört zu den sechs Katholiken des 20. Jahrhunderts aus dem Bistum Speyer, die als „Blutzeugen für ihren Glauben gestorben sind.

(Helmut Moll, Die katholischen deutschen Martyrer des 20. Jahrhunderts. Ein Verzeichnis,
Paderborn/München/Wien/Zürich (Schöningh) 1999, 84 Seiten, ISBN 3-506-75777-6.)


Elternhaus von Pater Abel, Fronleichnam in den 70.Jahren
Elternhaus von Pater Abel, Fronleichnam in den 70.Jahren

Heribert Abel wurde am 2. Februar 1916 in Ommersheim (Kreis St. Ingbert) in eine christlich geprägte Familie geboren. Sein Vater Rudolf war Gemeindesekretär; die Mutter Maria, geb. Berger, die Mutter von sieben Kindern. Im April 1928 trat Heribert in die Missionsschule St. Wendel ein, wo er 1935 sein Abitur ablegte. Es schloss sich das Noviziat in Missionspriesterseminar St. Augustin/Bonn an sowie das Studium der Philosophie und Theologie. Im April 1941 empfing er die Priesterweihe durch Weihbischof Wilhelm Stockums.

Die Hoffnung, die Weiheklasse über Sibirien möglichst rasch nach Übersee zu schicken, erfüllte sich nicht. Im August 1941 wurde das Priesterseminar wegen “Regierungsfeindlichkeit“ geschlossen, Abel wurde zum Sanitätsdienst ins bayerische Possenhofen einberufen.

Gegen Ende des Jahres 1942 wurde Abel verhaftet. Nach Aussage von Pfarrer Julius Heuberger war der Grund, dass vier Mitglieder der Sanitätskompanie bei einem Gespräch über die Kriegslage von einem SA-Mann belauscht und angezeigt wurden. In dem Gespräch sei der Satz gefallen: „Es müsse sich einer finden, der das Volk von dem Tyrannen befreie.“

Als Abel in Polen ankam, wohin die Kompanie verlegt worden war, wurde er gestellt. Da er sich weigerte, die Namen der Gesprächspartner zu nennen, war sein weiteres Geschick besiegelt. Abel wurde in Untersuchungshaft genommen und verhört, kam in das Gefängnis von Pratzschwitz, dann nach Graudenz an der Weichsel und schließlich Anfang Februar 1943 ins Gefängnis Berlin-Tegel.

Am 25.3.1943 wurde das Urteil gefällt: 18 Monate Haft wegen „Zersetzung der Wehrmacht“ durchdas Feldgericht des Kommandierenden Generals und Befehlshabers im Luftgau III Berlin-Steglitz; die Überstellung erfolgte ins Militärgefängnis Fort Zinna in Torgau.

Sein Ersuchen beim Amt für Gnaden-und Vollstreckungssachen wurde gewährt und er kam zu einer „Bewährungseinheit“ (Strafbataillon) der Infanterie an die Ostfront (Jäger bei Strafbataillon 999, Lw.-Jäger-Ausb. Komp. z.b.V 2).

Am 1. Dezember 1943 schrieb er diese Zeilen:

Advent im Graben

„Komm, Kamerad Gott, in meinen Graben!
Ich muss dich heute bei mir haben;
und du musst mich wie einen Knaben,
ganz väterlich an meinen Händen greifen (...)

Ich steh ganz einsam zwischen Sand und Steppe
und meines Grabes Wände wachsen wie die Treppe
der Tiefe hoch zu deinem Licht, vor dem ich schleppe
müd und hungrig meine jungen Jahre,
durch die ich doch so ferne von mir selber fahre
in deinem Dienst, der dich nicht nennt:
komm, Kamerad Gott, mit mir in den Advent!“ (...)

(F. Schlicke: Komm Kamerad Gott, in meinen Graben.
Der kurze Lebensweg von P.H.A SVD aus Ommersheim.
In:Pilger Kalender 72 (1993) 46-56.

Grab Pater Abel
Grab Pater Abel

Am 31.12.1943 stand Heribert Abel auf vorgeschobenem Posten in Schnizy/Gorodok Wache. Bei der Versorgung eines verwundeten Kameraden wurde er von Granatsplittern getroffen und schwer verwundet. Er starb im Kriegslazarett von Borissow an der Beresina am 14. Januar 1944 und wurde auf dem Ehrenfriedhof in Borissow beerdigt.

Zum Abschluss möchte ich auszugsweise aus einem Brief von Pfarrer Julius Heuberger (1913-2012) zitieren, einem der Teilnehmer des Gespräches, deren Namen Pater Heribert Abel nie preisgegeben hat:

„Pater Heribert Abel... ist auf Grund der Verleugnung meiner Person vor dem Kriegsgericht zu meinem Lebensretter geworden. Ich möchte ihn vergleichen mit P. Maximilian Kolbe, der für einen Familienvater sein Leben opferte. Sein Foto steht auf meinem Klavier zum immerwährenden Gedächtnis.“

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Ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei folgenden Personen, die mir bei meiner Recherche u.a. durch Kontaktvermittlung, Bereitstellung und Übermittlung von Material vielfältige und freundliche Unterstützung zukommen ließen. Dazu zählen:

Pfr. Matthias Köller, Bischöfliches Ordinariat, Bistumsarchiv Speyer,
Pfr. Stefan Meßner, Pfarrei Hl. Veronika, Ensheim,
Herr Martin Wannemacher, Ommersheim
und
Frau Maria Müller,Ommersheim, die Schwester von P. Abel

Bildquellen:
Die Bilder wurden mit freundlicher Genehmigung für saarland-lese.de von Frau Maria Müller zur Verfügung gestellt.