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Heft 2

B-Z! Das ist nett! (Teil 1)

In diesem Arbeitsheft werden alle Konsonanten eingeführt, die sich beim Sprechen gut dehnen lassen. Dazu kommen noch einige Vokale (Zwie- und Umlaute).

Johannes Kirschweng

Ein saarländischer Schriftsteller

Das Werk Johannes Kirschwengs (* 19. Dezember 1900 in Wadgassen/Saar; † 22. August 1951 in Saarlouis) ist geprägt einerseits vom Katholizismus, denn er war katholischer Priester, andererseits seiner Verwurzelung in seiner saarländischen Heimat, vor allem in seinem Heimatort Wadgassen.

Kirschwengs Vorfahren kamen in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts aus der Gegend des lothringischen Bitsch in das Glasbläserdorf Wadgassen. Bis zur Französischen Revolution befand sich hier eine Prämonstratenserabtei, deren Gebäude und Terrain dann von der Firma Villeroy & Boch zur Keramik- und Glasherstellung genutzt wurden. Die Verbundenheit mit der lothringischen Vergangenheit seiner Vorfahren ist ein weiterer prägender Aspekt in seinem Werk.

Johannes Kirschweng - Bronze-Skulptur in Wadgassen
Johannes Kirschweng - Bronze-Skulptur in Wadgassen

Vita:

Johannes Kirschweng war der Sohn von Philipp Kirschweng (1871-1950), eines Schlossers, und Luise, geborene Mathieu (1876-1949). Johannes verließ nach dem sechsten Schuljahr die Volksschule in Wadgassen und wurde in die Quarta des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Trier eingeschult. Dort wohnte er im bischöflichen Konvikt.

1924 wurde er zum Priester geweiht und war 10 Jahre Kaplan, unter anderem in Bernkastel-Kues und Bad Neuenahr. Gleichzeitig setzte er sein Theologiestudium an der Universität Bonn fort und beschäftigte sich mit deutscher und französischer Literaturgeschichte. 1934 wurde er krankheitshalber von Erzbischof Franz Rudolf Bornewasser auf Dauer beurlaubt und konnte sich nun ganz - in seinem Elternhaus wohnend - der Schriftstellerei widmen. Priesterliche Funktionen übte der Wadgasser weiterhin auf privater Basis mit kirchlicher Billigung bis zu seinem Tode aus. Kirchweng ist auf dem Friedhof in Wadgassen bestattet.
 

Das schriftstellerische Werk Kirschwengs:

Kirschweng verfasste vorwiegend Romane, Erzählungen, Essays und Feuilletons, aber auch Gedichte und Märchen (s. dazu den Beitrag: Der kleine Garten). Was sein politisches Wirken angeht, so ist es nur aus der Zeit und aus seiner Persönlichkeit zu verstehen. So regt sein Roman: „Das wachsende Reich" (1935) durchaus zur Kontroverse an, ist jedoch der „völkischen" Literatur der Zeit geschuldet. Sein nie in Zweifel gestelltes Bekenntnis zum Christentum bewahrte ihn aber davor, Nationalsozialist zu werden.

Auch der im Jahr 1946 verfasste Essay mit dem Titel „Bewahrtes und Verheißendes", der ganz auf der Linie von Johannes Hoffmann, von 1947 bis 1955 saarländischer Ministerpräsident, und der damaligen französischen Besatzungspolitik lag, verprellte viele seiner Leser. Kirschweng schätzte dabei die Stimmung der Bevölkerung und die politische Entwicklung falsch ein. In seinen späten Werken setzte er sich für die deutsch-französische Verständigung ein.

In der von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften herausgegebenen Neue Deutsche Biographie (Quelle/Vorlage: NDB 11 (1977), S. 677 f.) ist folgendes zu lesen:
„Das Verdienst des Dichters liegt nicht in seinem politischen Wirken, sondern in seinem künstlerischen Schaffen. Mit einer bewundernswerten Sprachgewalt hat er den Reiz der Landschaft und der Menschen seiner Heimat in zahlreichen Erzählungen, Romanen und Gedichten eingefangen."

 

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Textquellen:
- Reichert, Franz-Josef, „Kirschweng, Johannes", in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 677 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118562509.html ,
- Johannes Kirschweng, Artikel in Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.

Bildquellen:
- Johannes Kirschweng (1900-1951), saarländischer Schriftsteller, Urheber: Fjrei, Josef Reichert, CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons
- Johannes Kirschweng, Bronze-Skulptur vor dem ehemaligen Gutshof der Prämonstratenserabtei Wadgassen, gestaltet von Lothar Meßner, Wadgassen. Foto: Rita Dadder.