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Horst Nalewski
Kennst du Rainer Maria Rilke?
Der schwere Weg zum großen Dichter

Der junge Rilke wächst in Prag auf undentwächst den bürgerlichen Vorstellungen seiner familiären Umgebung. Auf der stetigen Suche nach sich selbst, findet er Halt im Schreiben und schreibt viel. "Der schwere Weg zum großen Dichter" ist hier verständlich und interessant dargestellt.

Horst Ziegler

Für Bildung und Aussöhnung

Der am 11. November 1942 in Saarwellingen geborene Host Ziegler ist ein Exponent für Bildung und Aussöhnung. Für eine breite und volksnahe Bildungsarbeit macht er sich seit 1971 als Gründungsvorsitzender der Katholischen Erwachsenenbildung im Kreis Saarlouis e. V. und seit 2009 zugleich als Landesvorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Träger der Katholischen Erwachsenenbildung im Saarland (KEB-Saar) stark. Die auch vom Land geförderte Arbeitsgemeinschaft ist nach dem Verband der Volkshochschulen der zweitgrößte Veranstalter von Maßnahmen der allgemeinen Weiterbildung im Saarland.

Der in Dillingen ansässige KEB-Kreisverband beschäftigt in mehreren Einrichtun-gen insgesamt 160 feste Mitarbeiter. Zusätzlich fördert er auch ehrenamtliches Engagement. Einer der Schwerpunkte sind hauswirtschaftliche Dienste in Familien, die durch Schicksalsschläge Hilfe benötigen. Dies ist z. B. dann der Fall, wenn eine Familienmutter aus gesundheitlichen oder anderen Gründen aus der Familie gerissen wird. Seit Anfang der 1980-er Jahre engagiert sich die KEB auch in der beruflichen Bildung. Dabei arbeitet sie eng mit den zuständigen Arbeitsagenturen zu-sammen. Zufrieden kann Host Ziegler feststellen, dass sehr viele von den Frauen und Männern, die als von der Arbeitsverwaltung geförderte Kräfte bei der KEB ihren Berufseinstieg fanden, inzwischen in öffentlichen Ämtern oder der gewerblichen Wirtschaft Fuß gefasst zu haben.

Die Aufgaben als ehrenamtlicher Vorsitzender hat Ziegler von Grund auf studiert und kennengelernt. Seine berufliche Laufbahn begann er als junger Postbeamter, entschied sich dann jedoch für ein Studium am Katholischen Sozialen Institut des Erzbistums Köln in Bad Honnef, das er als Sozialsekretär abschloss. Anschließend trat er als Regionalassistent in die Dienste des Bistums Trier. Nebenbei betrieb er an der Universität des Saarlands ein 6-semestriges Abendstudium in Sozialwissenschaften. Seit 2007 ist er nun Pensionär, allerdings nicht im Ruhestand. Sein Hauptaugenmerk gilt weiter der christlichen Erwachsenenbildung im Saarland. Die Landesarbeitsgemeinschaft ist der Dachverband und die Interessenvertretung von 13 Bildungsträgern im Saarland. Zur Förderung von deren Bildungsarbeit hat Ziegler mit Freunden auch eine Stiftung ins Leben gerufen, deren Stellvertretender Vorsitzender er ist. Die Fort- und Weiterbildung in Deutschland befindet sich zurzeit in einem radikalen Umbruch. Das erfordert von den Veranstaltern ein sehr hohes Maß an Kreativität und Flexibilität.

Hier fühlt sich Ziegler ebenso verpflichtet wie in der Aussöhnung zwischen Deutschen, Juden sowie NS-Verfolgten. Wer die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel besucht, stößt überraschend auch auf eine Gedenktafel für die von den Nazis ausgelöschte jüdische Gemeinde in Saarwellingen. Tatsächlich beherbergte der kleine Ort im Saarland bis zu Beginn der nationalsozialistischen Judenverfolgung eine eigene Synagogengemeinde. Horst Ziegler hat sich dafür eingesetzt, dass die Geschichte der jüdischen Gemeinde Saarwellingen publizistisch aufbereitet und an der Stelle, wo sich die alte Synagoge befand, ein Gedenkstein errichtet wurde. Er hat viele Studienfahrten nach Israel und deutsch-israelische Begegnungen organisiert und führt über die KEB bis heute Vertrags- und Diskussionsveranstaltungen mit ehemaligen jüdischen und nichtjüdischen KZ-Häftlingen an saarländischen Schulen durch. Dieses Engagement schließt die Zusammenarbeit mit Partnern in Osteuropa ein, wo ebenfalls noch Opfer der KZ-Verbrechen leben. Ziegler ist auch Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Saarlouis-Bochnia, einer Kreisstadt südlich von Krakau, die im 2. Weltkrieg der SS als Sammellager für Deportationen diente. Wie wichtig dieses Engagement ist, zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Berliner Humboldt-Universität. Danach haben vor allem deutsche Jugendliche nur sehr wenige Kenntnisse über die Hitler-Diktatur und ihr Unwesen. Hier tut Aufklärung not und die Versöhnung und Verständigung zwischen Völkern kann nicht von den Regierungen diktiert werden, sondern lebt von vielen einzelnen Initiativen vor Ort.

Um sein Anliegen fortzusetzen, hat sich Ziegler mit einem Team von jüngeren Mitarbeitern umgeben, die jedes Jahr ein vielfältiges Bildungs-, Arbeits- und Hilfsprogramm vorlegen und organisieren. Mit ihren 160 Angestellten ist die Dillinger KEB auch ein bedeutender örtlicher Arbeitsgeber.

Horst Ziegler soll, so höre ich den Wunsch seiner Mitarbeiter, noch lange seine Erfahrungen, Kenntnisse und Beziehungen für die von ihm begründeten sozialen Projekte zur Verfügung stellen. Der Vater einer Tochter und Großvater eines Enkels ist dazu bereit und findet daneben noch Zeit, sich für das Laienspieltheater in seiner Heimatgemeinde einzusetzen. 28 Jahre lang war er Vorsitzender des Saarwellinger Theatervereins.

 

 

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Fotos: Florian Russi