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Die Päpste als Friedensvermittler

Der Kirchenhstoriker Stefan Samerski stellt die Friedenspolitik und -Arbeit des Heiligen Stuhls in der modernen Zeit heraus.

Die Siersburg

Stolzeste Burg an der mittleren Saar

Sie ist die stolzeste Burg im Kreis Saarlouis und an der mittleren Saar. Als Kinder sind wir öfter mit unseren Eltern zu ihr gewandert. In bester Erinnerung habe ich noch, dass man beim Aufstieg von der Ostseite an vielen Obstbäumen vorbeikam, die im Sommer reichlich Früchte trugen. Die Burgruine beeindruckte dadurch, dass sie als einzige im Saartal noch über einen Turm (Bergfried) verfügte. Der zog von weit her die Blicke auf sich und verlieh der ganzen Umgebung einen romantischen Reiz.

Wann die Burg genau errichtet wurde, ist nicht bekannt. Experten legen das Gründungsdatum ins 11. Jahrhundert. Erstmals im 12. Jahrhundert tauchen Angehörige des Geschlechts „von Siersberg" in Urkunden auf. Einer von ihnen, Arnold von der Brücke, Herr von Siersberg und Felsberg, genannt „der Teufel", war der Großvater des ersten Herrschers auf der Teufelsburg, Arnold von Felsberg.

Die Geschichte der Burg ist eng mit der lothringischen verknüpft. Ihre Aufgabe war es, an der lothringischen Grenze einen Befestigungspunkt zu bilden, in Kriegszeiten der Bevölkerung des Umlandes Schutz zu bieten und die umliegenden Handelswege zu kontrollieren. Östlich der Burg fließt die Saar, das Gebiet wurde von mehreren Handelsstraßen durchzogen. Die wichtigste von ihnen, die von Italien nach Flandern führte, überquerte zu Füßen der Siersburg das Flüsschen „Nied", das wenige Kilometer entfernt in die Saar mündet.

In der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts weckte die Region auch das machtpolitische Interesse der Erzbischöfe von Trier. Um das Jahr 1175 brachte Erzbischof Arnold I. sie unter seine Gewalt und verpflichtete den lothringischen Herzog unter seine Lehnsherrschaft. Als in der Zeit von 1368 bis 1768 das Land an der mittleren Saar von Trier und Lothringen gemeinsam regiert wurde (s. den Beitrag über Merzig), diente die Siersburg als Verwaltungssitz für die Gemeinden, die Lothringen zugeordnet waren.

Archäologische Grabungen auf dem Siersberg-Plateau
Archäologische Grabungen auf dem Siersberg-Plateau

Während des 30-jährigen Krieges besetzten die Franzosen im Jahr 1634 die Burg und behielten sie bis zum Vertrag von Vincennes (1661). Die Burg wurde wieder lothringisch. Vier Jahre später fielen die Franzosen jedoch erneut in Lothringen ein. Als sie sich wenige Jahre später wieder zurückzogen, sprengten sie Teile der Siersburg. Danach setzte deren langsamer Verfall ein. 1781 zerstörte ein Blitzschlag den Helm des Bergfrieds. 1793 wurden die Reste der Burg im Zuge der französischen Revolution weitgehend zerstört. Sie wurde versteigert und als Steinbruch genutzt. Nach dem Wiener Kongress 1815 gelangte die Saar-Region an Preußen. Die neue Verwaltung verbot den weiteren Abriss der Burg.

Erhalten blieben der Turm mit 14 Metern Höhe und einige Mauerreste. Seit mehreren Jahren wird das Burggelände freigelegt und renoviert. Dabei trat das auf 300 Meter Höhe gelegene etwa 130m x 80m große Plateau des Siersberges zu Tage und machte deutlich, dass die Burganlage in ihren Glanzzeiten ein beachtliches Areal dargestellt hat. Bei den Grabungen stieß man auch auf die Reste einer römischen Anlage. Das Plateau war demnach schon in der Antike besiedelt.

Dem Bedürfnis vieler Menschen an mittelalterlicher Ritter- und Burgromantik entsprechend, fällt der Siersburg heute eine wichtige touristische Aufgabe zu. Neben anderen kulturellen Veranstaltungen finden dort im Juli eines jeden Jahres Mittelaltertage und ein Mittelaltermarkt statt.

BurgfriedBlick ins SaartalAufgang zur BurgBurgfried mit erhaltenem GemäuerSiersberg-Plateau

 

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Fotos: Florian Russi

Die Siersburg

40,, Burgstraße 39
66780 Rehlingen-Siersburg

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