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Sesenheimer Liebeslyrik

Florian Russi

Während seines Studiums in Straßburg lernte Johann Wolfgang von Goethe die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und Goethe wurde durch Friederike zu wundervollen Gedichten angeregt.

Einige von ihnen (Heideröslein, Mailied, Willkommen und Abschied u. a.) zählen zu seinen besten und beliebtesten überhaupt. In diesem Heft sind sie vorgestellt und mit Bildern und Erläuterungen angereichert.

Albert Weisgerber

Ein saarländischer Maler zwischen Impressionismus und Expressionismus

Sebstbildnis am Attersee
Sebstbildnis am Attersee

Albert Weisgerber wurde am 21. April 1878 in St.Ingbert als Sohn eines Bäckers und Gastwirtes geboren. Zum Verständnis seines weiteren Lebensweges muss man wissen, dass sein Geburtsort damals zur Bayerischen Rheinpfalz gehörte.

Seine künstlerische Ausbildung erfolgte über die Kreisbauschule Kaiserslautern, die Kunstgewerbeschule in München und die Akademie der Bildenden Künste München. In München lernte er während seines Studiums u.a. Max Slevogt, Hans Purrmann, Paul Klee und Wassily Kandinsky kennen. Mit ihnen und anderen Malerfreunden verband in eine lebenslange Freundschaft.

Nachdem er in München seinen Militärdienst abgeleistet hatte, besuchte er des Öfteren seine Geburtsstadt. Bei diesen Aufenthalten entstanden eine Reihe sog. „Biergartenbilder". Bei seinen Aufenthalten in Paris lernte er Henri Matisse kennen. Deutliche Spuren haben in seinem Malstil auch die Künstler Henri de Toulouse-Lautrec, Paul Cézanne, Claude Monet und El Greco hinterlassen.

Hans Purrmann, Albert Weisgerber, Henri Matisse in München (1910)
Hans Purrmann, Albert Weisgerber, Henri Matisse in München (1910)

In der Münchner Künstlerszene gehörten Männer wie Erich Mühsam, Joachim Ringelnatz, Wilhelm Hausenstein oder Theodor Heuss zu seinem Bekanntenkreis. In der Zeit entstanden die wohl bekanntesten Portraits Weisgerbers, die von Theodor Heuss (1884-1963, 1. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland) und Ludwig Scharf (1884-1939), der übrigens in Blieskastel aufwuchs. In dieser Café-Szene lernte Weisgerber auch seine Frau, Margarete Pohl, kennen. - Die Tatsache, dass sie Jüdin war und der Stil seiner Bilder führten im 3. Reich dann zu seiner Ächtung.

Im Jahre 1909 besuchte Weisgerber zusammen mit seinem Malerfreund Gino de Finetti (1877-1955) Florenz.

Unter dem Eindruck der „Quattrocentisten" wie Sandro Botticelli (1445-1510) und Donatello (1386-1466) nahm seine Kunst nun eine neue Richtung. Er malte jetzt Bilder mit religiösen Themen. So entstanden der Sebastian-Zyklus oder die Bilder wie Absalom (Hamburger Kunsthalle) oder David und Goliath (Saarlandmuseum Saarbrücken).

David und Goliath, Gemälde von Albert Weisgerber (1914)
David und Goliath, Gemälde von Albert Weisgerber (1914)

Albert Weisgerber fiel am 10. Mai 1915 als Leutnant und Kompanieführer des Königlich bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments 16 bei Fromelles in Französisch-Flandern.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Weisgerbers Werke als „entartet" betrachtet, beschlagnahmt, allerdings nicht vernichtet, sondern verkauft.

Nach dem Kriege wurden im Laufe von Jahren zahlreiche Ölgemälde, Grafiken und kunsthandwerkliche Arbeiten durch seine Geburtsstadt St.Ingbert erworben und der Öffentlichkeit wieder präsentiert. Im neuen Albert-Weisgerber-Museum St.Ingbert, das in der alten Baumwollspinnerei bis 2014 eingerichtet werden soll, werden sie dann in anderem Ambiente wieder zu besichtigen sein.

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Bilder:
- Vorschaubild: Foto Albert Weisgerber (um 1910). Urheber unbekannt. abfotografiert von EPei, via Wikimedia Commons
-  Bild oben rechts: „Selbstbildnis am Attersee" (A. Weisgerber 1911), Eigentümer: Albert-Weisgerber-Stiftung St. Ingbert (Reproduktion: E.pfeiffer@gmx.net, via Wikimedia Commons)
- Foto Mitte links: Hans Purrmann, Albert Weisgerber, Henri Matisse in München" 1910, Quelle:Stadtarchiv St.Ingbert, Urheber unbekannt, Repro: EPei, CC BY-SA 3.0/de, via Wikimedia Commons.
- Bild unten rechts: „David und Goliath" von Albert Weisgerber, Öl auf Leinwand, 1914. Saarland-Museum, Saarbrücken