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Claude Treyer

Mittler zwischen Frankreich und Deutschland

Prof. Dr. Dr . Claude Treyer wurde 1936 in Mulhouse, Elsass, geboren und verstarb leider im Mai 2016. Das berufliche Leben und der berufliche Werdegang von Claude Treyer sind beeindruckend. Seine Grundausbildung dankt er zugleich der ESSEC, einer der zwei führenden Business-Schulen Frankreichs, der Sorbonne und der Philosophischen Fakultät der Universität Dijon, vor der er seinen Dr. Phil. über die Sahara-Entwicklung abgelegt hat. In den Jahren 1959-1960 hat er das Diplom des Europa-Institutes der Universität des Saarlandes mit summa cum laude erlangt. Dieses Studium gab ihm die Gelegenheit, zum ersten Mal und für die Dauer von einem Jahr das Saarland kennenzulernen.

Nach etwa zwanzig Jahren Erfolg an der Spitze eines mittleren Unternehmens im Textilbereich, im Büromöbelgeschäft, im Agrarbusiness und in der Direktion einer Business-School wurden Treyer Veranwortlichkeiten im Sektor „Privat- und Staatsuniversitäten" angeboten. Er hatte inzwischen einen zweiten Doktor an der Sorbonne in Betriebswirtschaft abgelegt und ließ sich 1990 an der Universität Paris 12 habilitieren.

Claude Treyer hat die Europäische Akademie Otzenhausen in Frankreich bekannt gemacht und internationale Seminare in der EAO organisiert. Als Vize-Präsident des Akademierates ist er bestrebt, die EAO auf ihre ursprüngliche Zielsetzung zu reorientieren. Er hat einen Partnerschaftvertrag zwischen der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Saarbrücken und der IGS-Gruppe Paris (private internationale Universität) konzipiert und unterzeichnet. Ebenso hat er einen Partnerschaftsvertrag zwischen dem DFHI (deutsch-französisches Hochschulinstitut) und der IGS-Gruppe ins Leben gerufen. Dies war auch der Fall bei der Akademie der Saarwirtschaft (ASW) in St. Ingbert.

Sein Engagement für die deutsch-französischen Beziehungen, unter anderem als ehemaliges Vorstandsmitglied, jetzt als Vize-Präsident des Akademierates der Europäischen Akademie Otzenhausen hatten ihm das Saarländische Verdienstkreuz eingebracht. Die in Frankreich sehr begehrte Auszeichnung als Chevalier de la Légion d'Honneur trägt er seit 1995. Am 3. April 2013 hat das Ministère de l'Education Nationale ihm in einem Festakt in der Sorbonne in Anerkennung der geleisteten Arbeit die höchste, von Napoleon gegründete, Auszeichnung „Commandeur des Palmes Académiques" verliehen.

Er war in der Europäischen Akademie Otzenhausen sehr engagiert. Er war u.a. auch weiter im Akademierat der Cologne Business-School (Köln) und im Kuratorium der Trägerwerke Soziale Dienste (TWSD AG) in Weimar tätig.

Im Oktober 1959 kam Claude Treyer zum ersten Mal in das Saarland, um ein Studentenzimmer zu finden. Im November 1959 hat er sein post-graduate Studium, als DAAD-Stipendiat, am Europa-Institut der Universität des Saarlandes aufgenommen.

Er hatte eine Vorliebe für die wunderbare Gegend von Tünsdorf-Mettlach, die Völklinger Hütte; seine Lieblingsrestaurants waren das Casino am Staden, der Handelshof und das Restaurant Zahm am St. Johanner Markt. In der Europäischen Akademie war er auch zu Hause (seit 1960 Dozent, seit 1974 und bis 2010 Mitglied des Verwaltungsrates, seit 2010 Vize-Präsident des Akademierates). Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Saarlandes war für ihn Peter Müller, der ihm am 30. April 2003 das Saarländische Verdienstkreuz "angehängt" hat und den er mehrmals persönlich treffen konnte.

Claude Treyer ist Franzose, jedoch in Deutschland, wo er auch geschäftlich in den Jahren 1963-1966 viel Erfolg hatte (er hat zwei Jahre in Stuttgart verbracht), ebenso wie in Frankreich zu Hause. Seine Frau ist Saarländerin.

Er hat ein reiches und vielseitiges Berufsleben geführt und viele interessante Menschen kennengelernt. Seiner Textilfirma, für die er als 30-jähriger tätig war, hat er, nach nur drei Jahren Export, den berühmten "Oskar des Exportes" (hauptsächlich wegen des deutschen Marktes) eingebracht.

In der zweiten Phase seines Berufslebens, auf akademischem Niveau, wurde er zum Professeur-Associé des Universités durch Verordnung von Präsident Mitterrand ernannt. Nach zwei Doktortiteln konnte er sich habilitieren, obwohl er erst 1989 in die Staatsuniversität eingestiegen war. Viele wissen, dass er die Erfolge in seinem Berufsleben auch den deutschen Arbeitsmethoden, die er sich angeeignet hat, verdankt.

Prof. Dr. Dr. Claude Treyer wurde 80 Jahre alt und war als Consultant und als Präsident der Akademien und Business-Schulen tätig.

Eines der für ihn eindrucksvollsten Länder war Slowenien. Er war im Jahr 1958 für drei Monate als Praktikant in der Firma Tovarna Emajrane Posode mit 4000 weiteren Arbeitern tätig; alle Arbeiter sprachen drei oder vier Sprachen. In diesem sehr schönen Land waren die Menschen sehr arbeitsam, offen, patriotisch. Die Menschen dort sind gastfreundlich, der Tourismus ist gut organisiert, sagte Treyer. Das Land hat ihn nachdrücklich beeindruckt.


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Prof. Dr. Dr. Claude Treyer stand freundlicherweise im April 2013 für ein Interview zur Verfügung, das diesem Text zu Grunde liegt. 

 

Fotos: Rudolf Dadder