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Blieskastel-Biesingen

Die höchstgelegene Siedlung des Bliesgaus

Biesigen, auf dem Höhenzug des Osterberges gelegen, besitzt an seiner Gemarkungsgrenze mit dem Hölschberg (397 m) auch die zweithöchste Erhebung des Bliesgaus. Biesingen ist seit 1974 ein Stadtteil und Gemeindebezirk der Stadt Blieskastel.

Die ältesten Gesteine, die hier zu finden sind, stammen aus dem Mesozoikum. Das ist einmal der der Untertrias angehörige Voltziensandstein, sowie die aus der folgenden Mitteltrias stammenden Formationen des Muschelkalkes, eine für den Bliesgau typische Gesteinsfolge. Vor allem der Muschelkalk ergibt mit seinen Verwitterungsprodukten einen schweren, ertragreichen Ackerboden, während der Buntsandstein meist von Wald eingenommen wird (vgl. UNESCO Biosphärenreservat Bliesgau). Die älteste Siedlungsspur ist ein Steinbeil aus Diabas aus der Neolithikum (4400-3500 v.Chr.).

Blick auf Biesingen
Blick auf Biesingen

Das erste historisch belegte Volk sind die Kelten, die dem Stamm der Mediomatriker angehörten.Sie besiedelten Ostfrankreich und das heutige Saarland. Aus Divodorum Mediomatricum, ihrer Hauptstadt, ist das heutige Metz hervorgegangen.

Um 55 nach Christus wurde das Gebiet Teil der römischen Provinz (vgl. www.europaeischer-kulturpark.de). Nach dem Niedergang der Römerherrschaft übernahmen Franken dieses Gebiet. Dies lässt sich auch an der Namensendung"-ingen", erkennen, die typisch für das fränkische Siedlungsgebiet ist. Die älteste Urkunde über Biesingen datiert aus 1206: „Graf Ludwig von Saarwerden übergibt dem Kloster Werschweiler seine Güter zu Bunsingen und einen leibeigenen Mann auf solchen Güter, welchen der Abt erwählen wird, ewiglich zu besitzen" (93/20 Regesten vom Kloster Werschweiler von Neubauer).

Zahlreiche Urkunden der Folgezeit belegen, dass Land und Leute unter zahlreiche Herrschaften aufgeteilt waren, Kloster-, Grafen- und Herrenbesitze lagen bunt gemischt und Besitzungen und Rechte waren meist nicht klar umrissen, was zu häufigen Auseinandersetzungen führte.

Dieser Zustand hatte mit dem Antritt der Grafen von der Leyen in der Grafschaft Blieskastel (1660-1793) ein Ende. Nach der Niederlage der Preußen gegen die Franzosen unter General Hoche bei dem Gefecht bei Biesingen (1793), kam das Gebiet unter französische Militärverwaltung, 1801 durch den Frieden von Lunéville zu Frankreich und wurde dem Saarkanton zugeteilt.1816 wurde das Gebiet dann dem Rheinkreis zugeordnet und somit bayerisch.

Nach der Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg kam das Saargebiet gemäß der Artikel 45 bis 50 des Versailler Vertrages (dort als „Territoire du Bassin de la Sarre" bezeichnet) unter die Regierung des Völkerbundes. 1920 wurde es mit einem Mandat des Völkerbundes für 15 Jahre unter französische Verwaltung gestellt.

Auf Grund seiner exponierten Lage ist Biesingen einen Besuch wert, kann man doch bei gutem Wetter im Nordosten die Sickinger Höhen, im Osten die Höhen von Pirmasens (vgl. Der Heilige Pirminius), im Südwesten und Süden die Höhenzüge des Bliesgaus und im Norden am Horizont den Schaumberg bei Tholey erkennen. Einen Besuch wert sind in Biesingen auch die neugotische katholische Pfarrkirche St. Anna mit ihrer Steinmeyer-Orgel sowie der Nachbau eines optischen Telegrafen auf dem Hölschberg, ein Teil der optischen Telegrafenlinie Paris-Landau (Chappe-System).

 

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Quellenangaben:
Text:
- wikipedia-Artikel "Biesingen (Blieskastel)"
- Heimatbuch des Kreises St.Ingbert, herausgegeben vom Landrat des Kreises St.Ingbert,St.Ingbert (Saar), 1954.
Bilder:
- Vorschaubild: ehemaliges Gemeindewappen von Biesingen
- Foto "Blick auf Biesingen", Fotograf: Fredi Brabänder mit freundlicher Genehmigung