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Horst Nalewski
Kennst du Rainer Maria Rilke?
Der schwere Weg zum großen Dichter

Der junge Rilke wächst in Prag auf undentwächst den bürgerlichen Vorstellungen seiner familiären Umgebung. Auf der stetigen Suche nach sich selbst, findet er Halt im Schreiben und schreibt viel. "Der schwere Weg zum großen Dichter" ist hier verständlich und interessant dargestellt.

Das Cremeschnittchen

Der Renault 4 CV - Kultauto und ein Stück saarländische Nostalgie

 

Würde man heute einen jüngeren Saarländer fragen, was ein "Cremeschnittschen" ist, dann hätte er sicherlich als Antwort ein Produkt aus der Bäckerei oder Konditorei parat, einer meiner Generation hätte dagegen sofort ein Automobil vor Augen, das im „Saarland" das damalige Straßenbild ebenso prägte (etwa ¾ der Zulassungen!) wie im „Reich" der Käfer oder der Lloyd LP 300, der „Leukoplastbomber". Grund dafür war die bis 1959 geltende Zollunion des Saarlandes mit Frankreich, die dazu führte, dass alle Autos aus der Bundesrepublik verzollt werden mussten.

Werfen wir darum einen Blick zurück.

spartanisches Innenleben
spartanisches Innenleben

Der Renault 4 CV, „Katt(re)schewoo", wie ihn der gebildete Saarländer nannte, wurde 1946 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt. Die ersten Wagen wurden mit den Restbeständen der Wüstentarnfarbe des deutschen Afrikakorps (gelb-ocker-beige) lackiert, was ihnen im französischen Volksmund den Namen „La motte de beure" (Butterklumpen) einbrachte, die Saarländer machten dann daraus „es Cremschnittsche".

Ein Renault 4CV als tunesisches Polizeifahrzeug 1961
Ein Renault 4CV als tunesisches Polizeifahrzeug 1961

Der Motor, ein wassergekühlter Heckmotor schöpfte aus 741 cm3 immerhin stolze 21 PS, was mit Hilfe eines 3-Ganggetriebes für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ausreichte. Besonderheiten waren die schon seit 1948 aufmontierten Gürtelreifen (Michelin X) und seine Viertürigkeit, wobei die Vordertüren („Selbstmördertüren") sich nach vorne öffneten. 

Sondermodelle waren der „Décapotable" (mit Faltdach) und die von der schnellen Eingreiftruppe („Überfallkommando") der französischen Gendarmerie genutzte Ausführung.
Diese war blau-weiß lackiert, hatte einen 33 PS (!) Motor und fensterlose, weit nach unten ausgeschnittene Türen, was ihr den Spitznamen "Panier à salade" (Salatkorb) einbrachte.

Und, man glaubt es kaum, es gab auch „rasende Cremeschnittscher", die (jeweils in ihrer Klasse) 1949 bei der Rallye Monte Carlo, 1951 beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans und 1952 bei dem italienischen Langstreckenrennen, der Mille Miglia, siegten.

Hino-Renault 4 CV (Lizenzbau)
Hino-Renault 4 CV (Lizenzbau)

Man kann den 4CV als einer der ersten „Global Player" bezeichnen, denn er wurde sowohl in Spanien als auch in Japan (Hino -Renault 4CV) in Lizenz gebaut.

Mit dem 1.105.547ten Modell wurde 1961 die Produktion in Frankreich eingestellt, der Nachfolger wurde dann der legendäre R4, der 8 Millionen Mal verkauft, das Kultauto der 60. und 70. Generation wurde.

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Textquelle (u.a.): Artikel Renault 4CV in Wikipedia

Bildquellen:
- Vorschaubild: Urheber: Berthold Werner, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
- Renault 4CV 0ben rechts), Lizenz CC BY-SA 3.0, Quelle: Wikimedia Commons
- Foto Innenraum/Armaturenbrett: Urheber: Autor: Tennen-Gas, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
- Tunesisches Polizeifahrzeug 1961, gemeinfrei, Quelle: Wikimedia Commons
- Hino-Renault 4CV, Autor: Tennen-Gas, CC BY-SA 3.0, Quelle: Wikimedia Commons