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Schengen-Lyzeum Perl

Schengen-Lyzeum Perl

Ferdinand Luxenburger

„Das Deutsch-Luxemburgische Schengen-Lyzeum Perl ist eine neuartige grenzüberschreitende Schule zur gemeinsamen Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen vornehmlich aus Deutschland und Luxemburg" so steht es knapp und schnörkellos im Kurzporträt der Schule.

In der Tat ist den saarländischen und der luxemburgischen Politikern mit ihrem Konzept für eine weiterführende deutsch-luxemburgische Schule ein großer Wurf gelungen, der dem europäischen Gedanken und dem zusammenwachsenden Europa Rechnung trägt wie kaum ein anderes Projekt. Denn die heranwachsende Generation zusammen lernen zu lassen, ist eine Dividende auf die Zukunft, die kaum hoch genug eingeschätzt werden kann. In dieser Schule wird europäischer Alltag in all seinen Facetten gelebt. Dafür ist die Gemeinde Perl im Dreiländereck Deutschland, Frankreich und Luxemburg der denkbar geeignetste Ort, nicht zuletzt deshalb, weil hier die Kommunalpolitik schon seit Jahrzehnten den grenzüberschreitenden Austausch sucht.

Das oberste Ziel dieses innovativen deutsch-luxemburgischen Gemeinschaftsprojektes besteht darin, die Absolventen „zum Leben und Arbeiten in einem interkulturell geprägten Europa" zu befähigen. Dabei ist die Errichtung dieser Schule die Umsetzung eines Punktes aus dem politischen Strategiepapier „Zukunftsbild 2020", das unter dem Vorsitz von Jacques Santer Zukunftsperspektiven für die Großregion SaarLorLux erarbeitet hat.

Nach einem ersten Zusammentreffen von Experten 2005, ging der Gründungsprozess recht zügig voran und schon im Dezember 2006 konnten, nachdem die luxemburgische Regierung und die Bundesregierung dem Abschluss des Abkommens zugestimmt hatten, auf luxemburgischer Seite der Premierminister Jean-Claude Junker und die Erziehungsministerin Mady Delvaux-Stehres sowie auf saarländischer Seite Ministerpräsident Peter Müller, die Landrätin des Landreises Merzig-Wadern Daniela Schlegel-Friedrich und Kultusminister Jürgen Schreier die notwendigen Abkommen und Vereinbarungen unterzeichnen. Schulträger ist der Kreis Merzig-Wadern.

Die Finanzierung des 25 Millionen teuren Schulneubaus haben das Großherzogtum und der Landkreis Merzig-Wadern übernommen, beträchtliche Zuschüsse kamen aber noch von der saarländischen Landesregierung.

Das Lyzeum begann seinen Schulbetrieb 2007 in vorhandenen Räumen der alten Perler Schule mit 130 Schülern. In einer knapp dreijährigen Bauzeit errichtete der Kreis Merzig-Wadern ein neues Schulgebäude mit modernster Ausstattung. Am Ende des Schuljahres 2010/2011 wurde das gelungene Bauwerk mit einer ganzen Einweihungswoche eröffnet und seiner Bestimmung übergeben.

Ein besonders Gewicht haben in der internationalen Schule deshalb naturgemäß die Sprachen. Deutsch und Französisch werden ab Klassenstufe 5 durchgehend unterrichtet. Luxemburgisch ist in Klassenstufe 5 und 6 obligatorisch mit den Schwerpunkten Kommunikation und Lesen. Ab der Klassenstufe 7 komplettiert dann noch Englisch und im gymnasialen Zweig ab Klassenstufe 10 Spanisch den Sprachenkanon.

Die Ganztagsschule bietet im Wahlpflichtbereich neben Wirtschaftswissenschaften, Musikpraxis und Technik/Elektronik als Besonderheit Luxemburgisch sowie das Fach „Kultur und Identität" an. Es werden moderne pädagogische Konzepte umgesetzt, wie individuelle Förderung oder Lernen lernen nach Endres.

Einen besonderen Stellenwert haben die neuen elektronischen Medien. So wurde die klassische Schultafel vollständig durch sogenannte interaktive Whiteboards ersetzt. Eine Vielzahl vorhandener Laptops lässt den Umgang mit dem Computer für die Schülerinnen und Schüler dieser Schule zur Selbstverständlichkeit werden.

Das Schengen-Lyzeum, das nach dem Vorbild der Gesamtschule arbeitet, vereint das deutsche und luxemburgische Schulsystem und bietet den Schülern zahlreiche schulische Abschlüsse. Die Absolventen haben die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss, die Mittlere Reife, das allgemeine Abitur und gleichzeitig das luxemburgische Diplôme de fin d`études secondaires nach der Klassenstufe 12 (G 8) zu erlangen. Darüber hinaus gibt es noch einen berufsbildenden Abschluss, das luxemburgische Diplôme de technicien administratif et commercial, das u.a. den direkten Zugang zum Luxemburger Arbeitsmarkt erleichtert.

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Fotos: Ferdinand Luxenburger