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Weihnachten bei Familie Luther

Christoph Werner

Luthers jüngster Sohn erzählt vom Christfest

Paul Luther, der jüngste Spross der Lutherfamilie, gewährt dem Leser Einblick in sein Leben und das seiner Familie.
Er berichtet von seiner Kindheit in Wittenberg und der Krankheit seines Vaters, von seiner Verwicklung, die ihm als Leibarzt widerfuhren, und von den Intrigen am Gothaer Hof. Reichlich illustriert öffnen sie dem Leser die Tür zur Weihnachtsstube der Familie Luther.

Europadenkmal in Berus

Auf dem Gipfel des Linsenhübels in Berus auf rund 360 m Höhe erhebt sich das Wahrzeichen der Gemeinde, das 16 Meter hohe Europadenkmal. Die von dem ehemaligen Baudirektor von Saarlouis, Gerald Motsch, entworfene Konstruktion besteht aus zwei parallel in den Himmel ragenden Stahlbetonplatten (Pylonen), die im unteren Teil eine Aussichtsplattform durchdringen, von der aus der Besucher einen weiten Blick bis ins Saartal oder nach Frankreich genießen kann. Im oberen Teil sind die Betonscheiben durch neun strahlenförmig angeordnete Metallstäbe miteinander verbunden.

Die zwei Pylonen symbolisieren die beiden benachbarten Nationen Deutschland und Frankreich, deren gemeinsame geschichtliche Wurzeln durch die Plattform und deren inzwischen vielfältige freundschaftliche Verflechtungen durch die Stäbe dargestellt werden.

Auf der Plattform gelangt der Besucher zu Schrifttafeln, die an den Innenseiten der Pylonen angebracht sind und an das Wirken der Großen Europäer Robert Schuman (u. a. frz. Außenminister, „Schuman-Plan"), Konrad Adenauer und Alcide De Gasperi (1954 Präsident des Parlamentes der Montanunion) erinnern. Weitere Tafeln, die nach der Einweihung eingefügt wurden, sind dem Luxemburger Europa-Politiker Joseph Bech, dem Belgier Paul Henri Spaak und dem Initiator des Denkmals Helmut Bulle gewidmet.

Helmut Bulle rechts neben Franz-Josef Röder (Mitte) und Konrad Adenauer
Helmut Bulle rechts neben Franz-Josef Röder (Mitte) und Konrad Adenauer

Der saarländische Politiker und spätere Bau- und Umweltminister Helmut Bulle (1925–1973) trat schon früh immer wieder für die deutsch-französische Aussöhnung zum Wohle eines vereinten Europas ein. Als ehemaliger Marinesoldat engagierte er sich nach dem 2. Weltkrieg als Student für die Europäische Einigung und den Weltfrieden. 1948 pilgerte er, wie später in der Saar-Zeitung zu lesen war, nach Paris, wo die UNESCO ihren Sitz hat. Vor dem Palais de Chaillot traf er auf Garry Davis, der dort für den Weltfrieden demonstrierte und sich „Weltbürger Nr. 1" nannte. Die beiden schlossen sich in die Arme und Davis ernannte Bulle zum „Weltbürger Nr. 2."

Vielleicht hat auch diese kleine Episode dazu beigetragen, dass Helmut Bulle zusammen mit dem damaligen Bürgermeister der Gemeinde Überherrn, Gerhard Burg (Vater des späteren Bürgermeisters, Thomas Burg), die Idee für ein Europa-Denkmal in Berus entwickelte und in der Folge die Gründung des „Vereins zur Errichtung eines Denkmals für die großen Europäer" betrieb. An die Stelle des ehemaligen Hindenburgturms in Berus, der 1934/35 im Zuge des Saarabstimmungskampfes als weithin sichtbare Zeichen nationalistischen Deutschtums errichtet und aus strategischen Gründen zu Beginn des 2. Weltkriegs gesprengt worden war, sollte ein Turm treten, der für die deutsch-französische Aussöhnung und europäische Einigung steht.

1. Spatenstich mit Bundeskanzler a.D. Konrad Adenauer (Mitte), Ministerpräsident Franz-Josef Röder (2.v.l.) und Helmut Bulle (rechts außen).
1. Spatenstich mit Bundeskanzler a.D. Konrad Adenauer (Mitte), Ministerpräsident Franz-Josef Röder (2.v.l.) und Helmut Bulle (rechts außen).
1966 fand der 1. Spatenstich durch Altbundeskanzler Dr. Konrad Adenauer statt. In der Urkunde, die im Grundstein niedergelegt wurde, heißt es:
„Wo einst [...] im Zeichen des nationalen Gegensatzes trutzige Bauten errichtet worden waren, wird nun dieses Denkmal von der deutsch-französischen Freundschaft künden. Wie die Wallfahrtsstätte St. Orannens seit Jahrhunderten über Saar, Lothringen und Moselland hin ausstrahlt, so soll diese Gedenkstätte dem neuen europäischen Geiste dienen, der durch den Staatsmann Robert Schuman und seine großen Mitstreiter geprägt worden ist." (Urkunde, zitiert nach: Gemeinde Überherrn, S. 32): (Quelle: Gemeinde Überherrn (Hg.), Geschichte und Sehenswürdigkeiten, Überherrn o.J. [nach Januar 1998].)¹
Die Fertigstellung und Einweihung des Denkmals erfolgte im Jahr 1970 unter der Schirmherrschaft des saarländischen Ministerpräsidenten Dr. Franz-Josef Röder.
Briefmarke der Deutschen Bundespost von 1997
Briefmarke der Deutschen Bundespost von 1997

Vor dem Europadenkmal befindet sich seit dem Jahr 2007 die Plastik eines blauen Hirschs. Dabei handelt es sich um das offizielle Logo der Kulturhauptstadt Luxemburg, der 2007 zusammen mit der umliegenden Großregion dieser Titel von der Europäischen Union verliehen wurde.

Das Europadenkmal in Berus ist ein Ort, an dem Deutsche, Franzosen, Italiener, Luxemburger und Belgier ihrer großen Europäer gedenken. Es ist aber auch ein Ort, an dem Feiern und Feste, z. B. Open-Air-Konzerte stattfinden. Der große Parkplatz ist zudem Ausgangspunkt für schöne Spaziergänge und Wanderungen. So ist das Wahrzeichen der Gemeinde Berus ein Ort, der viel und gern besucht wird, nicht nur von Anwohnern, sondern auch von Menschen aus vielen europäischen Ländern.

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¹Zitiert nach: http://www.memotransfront.uni-saarland.de/europadenkmal_berus.shtml

Internet-Textquellen:
- Kurt Schoenen (KAS): Das Europa-Denkmal in Berus
- Gerhild Krebs: Europa-Denkmal Berus

Bildnachweise:
- Fotos des Europadenkmals: Rita Dadder
- Foto "Helmut Bulle (rechts) neben Röder und Adenauer": Urheber Hellriegel, Lizenz  http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/legalcode, Quelle: wikipedia
- Foto "1. Spatenstich" Quelle: Gemeinde Überherrn /Archiv

Europadenkmal in Berus

Orannastraße 20
66802 Überherrn

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