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Unser Leseangebot

Martinsfest - Wir feiern Martini

Florian Russi

Kleine Broschüre mit Texten und Liedern zum Martinstag

Laterne, Laterne ... Im dunklen Monat November hält das Martinsfest einen Lichtpunkt für uns bereit. Vor allem Kinder freuen sich weit im Voraus auf den Martinstag, um mit ihren leuchtenden Laternen durch den Ort zu ziehen. Die Hintergründe zur Geschichte des festes und den traditionellen Bräuchensind in dieser Broschüre festgehalten. Mit einer Anleitung für eine selbstgebastelte Laterne, drei leckeren Rezepten und vielen Liedern, Gedichten und Reimen ist sie ein idealer Begleiter für jedermann.

Krieg an der Saar:  Weihnachten 1944

Krieg an der Saar: Weihnachten 1944

Wilhelm Wöste

Wilhelm Wöste (1911–1993), von 1969 bis 1976 Leiter des Katholischen Büros in Bonn und seit 1976 Weihbischof in Münster, kam als Militärgeistlicher Ende Oktober 1944 an die Saar, nach Mettlach. In seinen Tagebuchaufzeichnungen berichtet der Divisionspfarrer davon, was er in den letzten Wochen des Jahres 1944 in den Dörfern auf dem Merziger Saargau erlebt hat: von seinen Besuchen bei den Kameraden in der Hauptkampflinie und der schwierigen Situation der Soldaten, der Hilfe für Verwundete und der Beerdigung der Gefallenen in Kastel, aber auch von anrührenden Begegnungen.

Hans Herkes

24.12.44
Heilig Abend! Um 9 Uhr Gottesdienst in Kesslingen - gut besucht - 11 Uhr hl. Messe in Kollesleuken - sehr gut besucht -, 12.30 Uhr Wortgottesdienst in einer Feuerstellung bei Kollesleuken - mäßig besucht. Um 16 Uhr war dann ein Gemeinschaftsgottesdienst mit anschließender hl. Messe im Forsthaus Orscholz - gut besucht. In Orscholz Besuch beim Regimentsstab, von dort zu Fuß zum Bataillon Klinke und Kampfgruppe Werner Die Bilanz des Heiligen Abends: 5 Gottesdienste mit 180 Teilnehmern.

Vom Gefechtsstand Klinke begab ich mich dann zur Bunkerlinie. Unvergeßlich: der Soldat, der mich vom Gefechtsstand Klinke zur Bunkerlinie begleitete, war Südoldenburger und bat darum, beichten zu können. Das Bild ist mir unvergesslich: Im Schnee, unter einem Apfelbaum, kniet der Soldat, beichtet und empfängt die Kommunion, das ganze in einem milden Mondlicht.

Erschüttert bin ich heute noch über die Situation der Männer in den 15 Bunkern, die ich besuchte. Sie hatten keine Verpflegung bekommen, da die Amerikaner die Verteilerstelle in einer nahe gelegenen Mühle überfallen hatten. Sie standen im Dreck, hatten einen Weihnachtsbaum aus Kunststoff an der Decke hängen. Fast alle stammten aus dem Osten, wo der Russe ihre Heimat schon besetzt hatte. Sie waren nicht bereit und in der Lage, ein Weihnachtslied zu singen. Ich habe, weil sie es wünschten, die Weihnachtsbotschaft erzählt oder sonst einige tröstende Worte gesagt. Um ½ 2 Uhr treffe ich in Steinbach ein, schlafe auf Stroh, friere und habe Verdauungsbeschwerden. Das war Heilig Abend 44!

 

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Quelle: Aus dem Kriegstagebuch von Kriegspfarrer Wilhelm Wöste, 25.10.44 bis 21.3.45. In: Zeitschrift des Katholischen Militärbischofsamtes 2/1992/34. Jahrgang.

* Weitere Auszüge aus dem Tagebuch von Wilhelm Wöste in der Saarland-Lese:
21.11.44: Episode in Besseringen
21.11.4/32.11.44: Von Dreisbach über Nohn nach Orscholz