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Christoph Werner

Buckingham Palace
Roman

Durch Zufall gerät Weimar in das Blickfeld des britischen Geheimdienstes, als dieser versucht, die englische Monarchie vor den Offenbarungen ihrer eigenen Vergangenheit zu schützen. - Ein spannender Roman, der den Leser in die Welt der Macht führt. Dabei wird ihm einiges abverlangt, denn die Handlung ergibt sich aus einem Puzzle von Szenen und erfordert detektivisches Gespür.

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Krieg an der Saar:  Von Dreisbach über Nohn nach Orscholz

Krieg an der Saar: Von Dreisbach über Nohn nach Orscholz

Wilhelm Wöste

Wilhelm Wöste (1911–1993), von 1969 bis 1976 Leiter des Katholischen Büros in Bonn und seit 1976 Weihbischof in Münster, kam als Militärgeistlicher Ende Oktober 1944 an die Saar, nach Mettlach. In seinen Tagebuchaufzeichnungen berichtet der Divisionspfarrer davon, was er in den letzten Wochen des Jahres 1944 in den Dörfern auf dem Merziger Saargau erlebt hat: von seinen Besuchen bei den Kameraden in der Hauptkampflinie und der schwierigen Situation der Soldaten, der Hilfe für Verwundete und der Beerdigung der Gefallenen in Kastel, aber auch von anrührenden Begegnungen.

Hans Herkes

21.11.44
Überall besuche ich die Bunker an der Saar, die Aussicht, die Stellung zu halten, ist schlecht! Ich lande in Dreisbach, wo ich nachmittags sogar einen Gottesdienst halte, der aber nur von 11 Mann besucht wird. Ich kann es verstehen, daß die Landser müde waren.

23.11.44
Von Dreisbach geht es zu Fuß nach Nohn. Dort begegne ich zum erstenmal der Kampfgruppe Klinke. Major Klinke, katholisch, war ein harter Kämpfer. Er fragte mich, wie alt ich ihn schätzte. Ich habe von 40 Jahren gesprochen. Er lächelte: er sei 25 Jahre alt. So war er mitgenommen. Ich besuche mit ihm die vorderen Stellungen. (...) Strömender Regen. Marsch bergauf, bergab, sehr ermüdend. Die Kameraden stehen in Dreck und Wasser. Auf der Feindseite hört man starke Panzergeräusche. Ich übernachte bei der Kampfgruppe. Von dort am nächsten Morgen nach Orscholz. In Orscholz ging die Front längs durch das Dorf, so daß man sich ruhig verhalten mußte. Es gab aber keine Gefechtstätigkeit. In Orscholz war ein aus dem Ruhrgebiet evakuiertes Ehepaar hängen geblieben. Gestern war die Frau tödlich verwundet. Der Mann zeigte mir das Grab im Garten, das ich eingesegnet habe. Er lehnte es ab, Orscholz zu verlassen. Er wollte bei seiner Frau bleiben. Ich gab ihm die Lossprechung und die heilige Kommunion.

 

*****

Quelle: Aus dem Kriegstagebuch von Kriegspfarrer Wilhelm Wöste, 25.10.44 bis 21.3.45. In: Zeitschrift des Katholischen Militärbischofsamtes 2/1992/34. Jahrgang.

 

* Weitere Auszüge aus dem Tagebuch von Wilhelm Wöste in der Saarland-Lese:
21.11.44: Episode in Besseringen
24.12.44: Weihnachten 1944