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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Auberge Maréchal Ney

Auberge Maréchal Ney

Florian Russi

In der Bierstraße 13 in Saarlouis wurde im Jahr 1769 der berühmteste Bürger dieser Stadt geboren. Sein Vater betrieb in dem Haus ein Böttcherhandwerk, d.h. er stellte Fässer her, die wie der Name der Straße vermuten lässt, vor allem für den Transport und das Aufbewahren von Gerstensaft bestimmt waren. Der Sohn, Michel Ney, verließ 1788 sein Elternhaus, um zu einem der bedeutendsten Marschälle Napoleon Bonapartes zu werden. Saarlouis war damals noch eine französische Festungsstadt. So liegt es nahe, in der Bierstraße eine Tradition zu pflegen, die an die Zeit erinnert, in welcher der Franzosenkaiser jedem tapferen Soldaten in Aussicht stellte, den „Marschallstab im Tornister zu tragen", d.h. auch als einfacher Bürger eine große militärische Karriere beginnen zu können. Michel Ney hat davon Gebrauch gemacht und deshalb wird seiner in Saarlouis bis heute mit Stolz gedacht.

„Auberge" heißt französisch „Herberge". Im Fall der „Auberge Maréchal Ney" handelt es sich um ein hochklassiges Restaurant, das viele Saarlouiser und ebenso viele von fern angereiste Besucher zu seinen Gästen zählt. Dazu gehören die Nachfahren des großen Marschalls, die heute in Frankreich leben, die Biathlon-Weltmeisterin Michaela Ponza, der italienische Rockmusiker Zucchero und ZDF-Star Rudi Cerne. 

Orte, an denen sich historische Ereignisse zugetragen haben, üben auf die Nachwelt einen eigenartigen Reiz aus. Die Römer nannten das „Genius loci" - Geist des (Stand-)Ortes, der auf andere ausstrahlt. So begegnet einem auch in der „Auberge" ein Stück aus der Geschichte von Frankreichs „Grande Nation". Schon von außen wirkt sie wie eine typisch französische Gaststätte und auch die Inneneinrichtung vermittelt napoleonisches Flair. In diesem Ambiente schmecken das vorzügliche Essen und die dazu passenden französischen, italienischen oder deutschen Weine.

Inzwischen ist das Restaurant in italienischem Besitz. Das tut aber der Tradition keinen Abbruch. Schließlich hat Napoleon auch in Italien gewütet, hatte italienische Vorfahren und wäre beinahe als Genuese geboren worden. Die Insel Korsika, in deren Hauptstadt Ajaccio er 1769 zur Welt kam, gehörte nämlich bis 1768 zur Republik Genua. Wohl bekomm's also! In Saarlouis hat man damit keine Probleme: Man ist zugleich Einheimischer und Europäer. 

 

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Fotos: Florian Russi

Auberge Maréchal Ney

Bierstraße 13
66740 Saarlouis

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