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Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Therese Zenz

Therese Zenz

Wilfried Burr

Die Kanurennsportlerin hat die saarländische Sportgeschichte mit einem hochwertigen Kapitel bereichert; Weltmeisterin, drei Silbermedaillen bei Olympia, EM-Zweite, WM-Dritte, fünf Mal deutsche Meisterin, 70 Regatta-Siege, erfolgreiche Betreuerin und Trainerin auf Bundesebene. Therese Zenz aus Mettlach ist am 15. Oktober 2007 75 Jahre alt geworden.

1954 hatte sie im französischen Macon sensationell den WM-Titel im Einer-Kajak gewonnen. Das Saarland jubelte, die Heimat an der Saarschleife lag im Freudentaumel. Wenige Tage danach war sie wieder zu Hause; „unsere Therese", wie die Mettlacher die Kanu-Sportlerin von da ab nannten. Die heimische Blasmusik spielte. „Wellen einer tiefen, unverfälschten Sympathie, abseits von sensationshungriger Atmosphäre", seien der jungen Frau begegnet, berichtete Redakteur Theo Plettenberg den SZ-Lesern.

Dank Therese Zenz wurde der Ortsname Mettlach in diesen Tagen auf allen Kontinenten gedruckt. In Macon flatterte übrigens zum ersten und einzigen Mal die Flagge des eigenständigen Saarlandes quer durch alle Sportarten an einem WM-Siegermast.

Therese Zenz hatte im mitreißenden Endspurt die Favoritin auf der 500-Meter-Distanz, Fritzi Schwingl aus Österreich, mit einer halben Bootslänge Vorsprung zur Siegerehrung auf eine tiefere Treppenstufe verwiesen. Zenz erinnert sich: „Ich hatte einen schlechten Start und lag ganz hinten. Ich sah nicht mehr nach rechts, nicht mehr nach links. Ich habe nur noch reingehauen. Die Mettlacher Schlachtenbummler, die mit dem Bus gekommen waren, feuerten mich an. Sie haben fürchterlichen Krach gemacht." Und dann geschah das, was im Allgemeinen Sportarchiv so beschrieben ist: „Bekannt sind vor allem die mörderischen Spurts, mit denen Therese Zenz ihre Konkurrentinnen zermürbte."

Auf Macon folgte auch für sie der politische Seitenwechsel. Bei Olympia 1956 stieg die Mosaiklegerin von Villeroy & Boch für Deutschland ins Boot. Als WM-Bonus erhielt sie ab Sommer 1954 vom Arbeitgeber V & B „Extra-Freizeit" zum Trainieren. Fünf Mal wurde sie deutsche Meisterin.

Zenz qualifizierte sich souverän für Olympia in Melbourne. Die Weltmeisterin war seit 1954 auf der 500-Meter-Distanz ungeschlagen. Sie spürte großen Druck: „Alle Welt erwartete von mir die Goldmedaille in Australien." Sie gewann in Melbourne ein Mal, 1960 in Rom zwei Mal Silber. Nach einem Dutzend erfolgreicher Jahre im Boot der Kanufreunde Mettlach setzte sie hinter ihre Karriere einen glänzenden Schlusspunkt als Trainerin und führte bei Olympia 1964 in Tokio den Zweierkajak mit Roswitha Esser und Annemarie Zimmermann zu Gold.