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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Der Ensheimer Kreis

Der Ensheimer Kreis

Uta Plisch

Mitte der 60-Jahre des vergangenen Jahrhunderts warnte der Philosoph und Pädagoge Georg Picht vor einer „Bildungskatastrophe" in Deutschland. Dies war ein Startschuss für viele bildungspolitische Initiativen. Unter anderem wurden der Deutsche Bildungsrat und die Aktion „Student aufs Land" gegründet. Im Saarland legte der damalige Kultusminister den nach ihm benannten „Schererplan" vor und im Landtagswahlkampf 1970 bestimmten Bildungsexperten wie die Professoren Hubert Rohde und Konrad Schön große Teile der öffentlichen Diskussionen. Es war auch die Zeit von Wählerinitiativen und Canvassingaktionen.

Um Professor Rohde, den damaligen Rektor der Peter-Wust-Hochschule und Landtagskandidaten der CDU hatte sich 1969 solch eine Wählerinitiative gebildet. Ihr gehörten über 100 Personen, Studenten verschiedener Hochschulen, Professoren, Gymnasiasten und Bürger aus dem damaligen Landkreis St. Ingbert, der Wohnregion Rohdes an. Die Wählerinitiative war äußert aktiv und organisierte u. a. über 5000 Hausbesuche und viele weitere Aktionen. Das trug mit dazu bei, dass die CDU im Kreis St. Ingbert gegenüber der vorangegangenen Landtagswahl einen Stimmengewinn von 7,3 % verzeichnen konnte.

Unter den Mitgliedern der Initiative kam bald der Wunsch auf, auch nach der Wahl bildungspolitisch aktiv zu bleiben. Deshalb gründeten sie im März 1970 im „Blauen Salon" des Flughafenrestaurants in Ensheim den „Arbeitskreis für Kultur- und Gesellschaftspolitik". Wegen des Orts seiner Entstehung wurde er auch „Ensheimer Kreis" genannt. Dieser Name hat sich dann immer mehr durchgesetzt.

Seit 1970 führt der Kreis bildungspolitische Veranstaltungen durch. Regelmäßig finden in jedem Jahr ein Wochenseminar und eine vorweihnachtliche Veranstaltung statt. Themen und Tagungsorte der Seminare werden jeweils durch Mehrheitsentscheidungen festgelegt. Von Schleswig bis Niederbayern und vom Schwarzwald bis Vorpommern waren mittlerweile fast alle deutschen Regionen Gastgeber des Ensheimer Kreises.

Vorsitzender und allseits geachtete Autorität ist seit der Gründung Professor Dr. Hubert Rohde, der später Intendant des Saarländischen Rundfunks wurde. Seit 1995 wird der Kreis von Frau Hannelore Eckert (Berlin) organisatorisch und fachlich betreut. Der Arbeitskreis für Kultur- und Gesellschaftspolitik ist kein eingetragener Verein. Mitglied kann werden, wer von einem schon etablierten Mitglied vorgeschlagen wird. Auch Familienangehörige sind zu den Veranstaltungen eingeladen.

Von Beginn an befasste sich der Ensheimer Kreis häufig mit deutschlandpolitischen Themen und der Entwicklung in der damaligen DDR. Nach der Wende übernahm eine Reihe von Mitgliedern berufliche Aufgaben in den Neuen Bundesländern. Das führte dazu, dass dem Kreis heute auch viele ostdeutsche Bürger angehören. Die Befassung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen und der Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen dem Saarland und den östlichen Bundesländern sind inzwischen die wichtigsten Zielstellungen des Ensheimer Kreises.