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Hans-Jürgen Malles
Kennst du Friedrich Hölderlin?

Seine Werke gehört neben denen Goethes und Schillers zu den bedeutendsten der deutschen Klassik, auch wenn sein Leben im Wahnsinn endete. Eine Hinführung zum Verständnis von Hölderlins Persönlichkeit und Werk bietet Deutschlehrer Malles hier. Der Leser erhält Einblicke in ein facettenreiches Leben voller Höhen und Tiefen und darf teilhaben an Hölderlins Begeisterung für die Französische Revolution und die griechische Antike. Auch die Liebe zu Susette Gontard soll nicht unerwähnt bleiben.

Ein Blick zurück auf die Grafschaft Saarbrücken und ihre Geschichte

Ein Blick zurück auf die Grafschaft Saarbrücken und ihre Geschichte

Uta Plisch

Der Kaiser umgeben von seinen Kurfürsten
Der Kaiser umgeben von seinen Kurfürsten

Im 10. Jahrhundert bildete sich im karolingischen Ostfrankenreich das Heilige Römische Reich. Dort herrschten die Liudofinger, ein sächsisches Adelsgeschlecht und deutsche Herrscherdynastie, bekannt auch unter dem Namen „die Ottomanen" (Otto I., Otto II., Otto III.). Sie regierten von 919 bis 1024. Erst ab Ende des 15. Jahrhunderts sprach man dann von einem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Dieses Reich war kein Nationalstaat, so wie wir ihn heute kennen, sondern ein Gebilde von selbständigen Fürstentümern, die dem Kaiser direkt unterstanden. Man nannte sie auch reichsunmittelbare Fürstentümer. Es gab nur wenige gemeinsame Institutionen. Dieses Reich entsprach gewiss nicht dem, was wir heute unter einem Staatsgebilde verstehen, dazu waren die vielen Länder und Regionen einfach zu unterschiedlich. Das Reich war trotzdem ein Staat mit einem Oberhaupt, dem Kaiser, und seinen Mitgliedern, den Reichsständen.

Römisch-deutsche Kaiser herrschten vom Mittelalter bis zum Jahr 1806. Sie wollten die Tradition des antiken Römischen Reiches fortführen und gleichzeitig ihren eigenen Führungsanspruch als von Gott gewollt legitimieren. Man bezeichnet heute diese Herrschaftsperiode auch als das Alte Reich im Gegensatz zu dem 1871 gegründeten Deutschen Reich.

Über die Jahrhunderte veränderten sich auch die Grenzen des Reiches. Zu seiner Blütezeit gehörte das gesamte Gebiet des heutigen Mitteleuropas sowie Teile Südeuropas zu seinem Einflussbereich.

Schlossresidenz in Ottweiler
Schlossresidenz in Ottweiler

Bei der Grafschaft Saarbrücken handelte es sich um ein früher selbständiges Fürstentum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, im deutschen Südwesten gelegen und der Krone direkt unterstellt. Residenzstadt war Saarbrücken. Ab 1381 wurde dieses Fürstentum nach der neuen Herrscherfamilie aus dem Haus Nassau-Weilburg auch als Grafschaft Nassau-Saarbrücken bezeichnet.

Das Gebiet des ehemaligen Fürstentums umfasste ungefähr die späteren Landkreise Saarbrücken und Neunkirchen, außerdem gehörten dazu die Grafschaft Saar-Wehrden und die Herrschaft Lahr in Baden.

Das Gebiet des Landkreises Neunkirchen deckt sich heute mehr oder weniger mit dem ehemaligen „Amt Ottweiler" der Grafschaft Saarbrücken. Seine Blütezeit erlebte Ottweiler ab dem 13. Jahrhundert unter den Grafen von Nassau-Saarbrücken. Einen Höhepunkt stellte die Verleihung der Stadtrechte durch Kaiser Karl V. an den Grafen Johann von Nassau-Saarbrücken im Jahre 1550 dar. Die Stadt war von 1640 (Teilung der Grafschaft Nassau-Saarbrücken) bis 1728 Sitz der Grafen von Nassau-Ottweiler, einer Zweiglinie des Hauses Nassau. 1721 kam durch Erbschaft Idstein und 1723 Saarbrücken hinzu. Nach dem Tode des letzten Grafen fiel die Grafschaft an die Fürsten von Nassau-Usingen.

Wappen des Stadtverbandes Saarbrücken
Wappen des Stadtverbandes Saarbrücken

Der Stadtverband Saarbrücken deckt heute weitgehend die Gebiete der eigentlichen Grafschaft Saarbrücken ab. Dies zeigt sich an den Wappentieren im Wappen des Stadtverbandes, den silbernen Löwen der Grafen von Saarbrücken und den goldenen Nassauer Löwen.

Die Grafschaft Saarwerden war eine Grafschaft in Lothringen und hatte ihr Zentrum bei Sarre-Union. Auch sie gehörte zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Heute gehört sie zum Département BasRhin im Elsass. Die Grafen von Saarwerden waren eine Zweiglinie der Grafen von Metz-Lunéville und wurden erstmals 1131 genannt. Ihr Gebiet umfasste damals die Reichsburg Kirkel, die Metzer Lehen Saarwerden und Bockenheim und die Vogtei über die Klöster Weißenburg und Herbitzheim.

Die Schwester des letzten Grafen heiratete 1376 einen der Herren von Moers. Die Grafschaft Moers war ein Territorium, das am linken Niederrhein lag und die Städte Moers und Krefeld und einige kleine Ortschaften umfasste. Fortan nannten sich die Herren von Moers „Grafen von Moers-Saarwerden". 1527 starben sie aus, und Erbtochter Katharina heiratete 1507 Graf Johann Ludwig I. von Nassau-Saarbrücken. So fiel die Grafschaft Saarwerden an die Grafschaft Nassau-Saarbrücken. 

Audienz beim Reichskammergericht
Audienz beim Reichskammergericht

Die beiden Söhne des Grafen teilten sich 1545 die Macht, der eine erhielt Saarbrücken und Ottweiler, der andere Saarwerden und Lahr. Beide Grafen starben ohne Nachkommen, und die ältere Linie Nassau-Saarbrücken starb aus. Beide Grafschaften fielen an das evangelische Haus Nassau-Weilburg, das in Saarbrücken offiziell die Reformation einführte. Das missfiel den Herzog von Lothringen, und er zog das Lehen ein. Die Saarbrücker Grafen klagten vor dem Reichskammergericht, und 1629 bekamen sie insofern Recht, als dass die Grafschaft zu Saarbrücken, die Dörfer Bockenheim und Saarwerden zu Lothringen gehören sollten.

Die Herrschaft Lahr in Baden kam 1426 durch Erbschaft auf die Herren von Moers-Saarwerden. Die halbe Herrschaft verpfändeten diese 1442 an die Markgrafschaft Baden, die sie 1497 aufkaufte. Die zweite Hälfte kam 1522 an das Haus Nassau-Saarbrücken. 1629 fiel Lahr dann ganz an Nassau.

Die Französische Revolution (1789 bis 1799) veränderte alles, und die europäische Landkarte wurde neu beschrieben. Der Wiener Kongress vom 18. September 1814 bis 9. Juni 1815 legte in Europa die Grenzen neu fest und definierte neue Staaten. Die Fürstentümer wurden aufgelöst, und die ehemalige Grafschaft kam unter preußische Herrschaft.