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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Blieskastel und sein Gnadenbild

Blieskastel und sein Gnadenbild

Herbert Kihm

Eine Etappe auf dem Jakobsweg Saar-Pfalz

Blieskastel Heiligkreuzkapelle
Blieskastel Heiligkreuzkapelle

Der Heimatforscher Herrmann Joseph Becker schrieb bereits 1931: "Diese Pietà ist jedenfalls eine der ältesten, die noch in öffentlicher Verehrung stehen und kann unbedenklich als das historisch wertvollste Stück des kirchlichen Besitzstandes von Blieskastel bezeichnet werden", der ehemalige Bischof Dr. Michael von Faulhaber bezeichnete das Muttergottesbild als „eine Pretiose der Diözese". Nach historisch-kritischer Forschung unserer Tage dürfte das Gnadenbild die älteste Pietà überhaupt sein, die bis heute existiert, da sich bei ihr sowohl starke Stilelemente der ausgehenden Romanik als auch der beginnenden Gotik aufzeigen lassen. Alle Vergleichsmodelle sind jünger und rein-gotisch.

Das Vesperbild eines mittelalterlichen Eremiten nahe Bebelsheim wurde nach der Legende von marodierenden Soldaten mit Pfeilen beschossen, worauf Blut aus den Einschussöffnungen floss. Als Gräfin Elisabeth von Blieskastel (†1273) ihre erkrankten Augen damit benetzte und geheilt wurde, ließ sie zum Dank in Gräfinthal ein Kloster gründen, das vom Orden der Wilhelmiten geführt wurde. Nach der Auflösung des Klosters gelangte die Statue letztendlich nach Blieskastel. Seit 1993 existiert im Übrigen wieder nach über 200 Jahren monastisches Leben in Gräfinthal durch Mönche der benediktinischen Ordensgemeinschaft, die sich auch dem Wiederaufbau der dortigen Klosteranlagen widmen.

In Blieskastel stiftete die dort regierende Gräfin, Marianne von der Leyen (1745-1804), der Statue eine kleine vergoldete Silberkrone mit der Umschrift: "Offert à la Ste. Vierge par la Cte de Leyen et de Hohengeroldseck, née Baronesse de Dalberg, l‘année 1787".

Wegmarkierungen am Jakobsweg
Wegmarkierungen am Jakobsweg

1794 überboten die „Jungfern" von Blieskastel die „Jungfern" von Bliesmengen, welche die Statue zurückgefordert hatten, bei der durch französische Revolutionstruppen angesetzten Versteigerung, worauf dann das Vesperbild bis heute in Blieskastel verblieb und 1913 auf dem Altar der Hl. Kreuzkapelle auf dem Han aufgestellt wurde.

Ab 1924 betreuten bayerische Kapuziner des bei der Kapelle erbauten Klosters die wiederbelebte Wallfahrt zur „wundertätigen Muttergottes." Am 10. Juli 2005 übernahmen diese Aufgabe Franziskaner-Minoriten der Provinz Krakau.

Blieskastel zählt zu den bedeutendsten Marienwallfahrtsorten des Bistums Speyer und zieht auch viele Pilger aus dem nahen Lohringen und der Pfalz an. Seit 2006 ist Blieskastel auch Etappe auf dem Jakobsweg Pfalz-Saar, der auf der Nordroute vom Kloster Hornbach über Blieskastel, St. Arnual, Spichern, Forbach nach Herapel in Lothringen führt.

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Bildnachweise:
Bilder oben links und oben rechts: Quelle: commons.wikimedia, Urheber: Ramessos, Lizenz: gemeinfrei