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Florian Russi
Papier gegen Kälte

Manfred Hoffmann, ehemals Klassenbester, ist ein angesehener Kinderarzt mit eigener Praxis und strebt nach dem Professorentitel. Stets bemüht, allen in ihn gesetzten Erwartungen zu entsprechen, steuert sein Leben in eine Sackgasse. Die jahrelange wissenschaftliche Arbeit erweist sich plötzlich als vergebens, sein Karriereaufstieg ist gefährdet, seine Ehe gescheitert, alle Erwartungen enttäuscht. Auf der Suche nach Genugtuung und nach Rechtfertigung begibt er sich auf Wege, die gefährlich weit in die Netze der organisierten Kriminalität ziehen.

Eine packende Mischung aus Entwicklungsroman und spannendem Thriller.

auch als E-Book erhältlich

Maltitz auf dem Litermont

Maltitz auf dem Litermont

Der Name „Maltitz" leitet sich wahrscheinlich vom französischen Wort „Maudit" ab, das „der Verfluchte" bedeutet. Es gibt mehrere Versionen der Maltitz - Sage. Ich erzähle die, welche ich aus der Schulzeit in Erinnerung habe.

Maltitz war ein fanatischer Jäger. Tagaus tagein war er, meist zu Pferde, in den Wäldern des Berglandes rechts der Saar unterwegs, um Hirsche, Rehe und anderes Wild zu jagen. Mit Hochmut setzte er sich darüber hinweg, dass er dabei die Pflichten, die er gegenüber der Familie und als adliger Grundbesitzer gegenüber seinen Untertanen hatte, ständig vernachlässigte.

An einem Pfingsttag ging er nicht, wie es seine Christenpflicht gewesen wäre, zur Kirche und zum Gottesdienst, sondern ritt über den „Litermont", einen zwischen Düppenweiler und Nalbach im heutigen Kreis Saarlouis gelegenen Berg. Plötzlich erschien vor ihm ein Hirsch von edelster Gestalt. Zwischen seinem stattlichen Geweih glaubte Maltitz ein leuchtendes Kreuz erkennen zu können. Als der Hirsch Maltitz gewahr wurde, begann er sofort zu flüchten. Maltitz aber hatte nun nur noch ein Ziel, das prächtige Tier zu erlegen und sein Geweih als Trophäe nach Hause zu bringen. In blindem Jagdeifer verfolgte er den Hirsch bis zu einem steil abfallenden Felsen. Dort verschwand das Wild plötzlich vor seinen Augen. Maltitz aber gelang es nicht mehr, sein Pferd anzuhalten und so stürzte es mit ihm in die Tiefe, wo beide den Tod fanden.

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nacherzählt von Florian Russi