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Friedrich W. Kantzenbach

Erfundenes Glück

Der Autor beschäftigt sich auf lyrischem Weg mit den essentiellen Dingen des Lebens. Er reflektiert seine reichen literarischen Begegnungen und verarbeitet Reiseerlebnisse und persönliche Bekanntschaften mit Menschen, die ihn beeindruckten. Zunehmend durchdringen die Themen Krankheit, Tod und Vergänglichkeit seine Texte.

 

Aufgeschnappt

Saarländische Einsichten

Ein älterer Saarländer zum anderen am Grab eines verstorbenen Freundes:

"Da, do leid er jetz. - Un wat had er so gär gess un getrunk."

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Im Café in der Trierer Straße in Saarbrücken saßen einige ältere Herrschaften beisammen und sprachen über gegenwärtige und vergangene Zeiten. Vom Nachbartische aus konnte ich folgende Unterhaltung mit anhören:

Eine Dame (über 60): "Die junge Leit heit kenne sich kaum un schon gehn se mitennana ins Bett. Das hätt's frieher net genn. Mei Mama hat immer gesaht: `Wenn der Franz et ernscht mit dir mennt, dann kanna wahten.' - Sechs Johr sinn mer mitennana gang und nix is passiert."
Der Herr ihr gegenüber meldete Bedenken an: "Dat kann ich awa net glawe. Der Franz? Sechs Johr lang un nix gemacht?"
Anwort: "Ei, der wor doch im Kriesch (Krieg)."

Fazit: Wenn die Umstände es zulassen, sind Saarländer auch zum Heroismus fähig.

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Folgende saarländische Weisheit hörte ich von einem Handwerksmeister aus St. Wendel:

"Ma soll net mit de Große brunze wolle, wenn ma mit de Kläne net es Bähn hoch kritt."

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Auch die Aussage eines vor einigen Jahren verstorbenen Saarlouiser Bestattungsunternehmers verdient es, weitergegeben zu werden:

"'t G'schäft floriert, die Leit sterwe, 't  is e wahri Pracht!".

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