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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

School-Kättchen

School-Kättchen

Florian Russi

Bis tief ins 17. Jahrhundert hinein brannten in dem kleinen Dorf Scheiterhaufen. Weierweiler, heute zur Gemeinde Weiskirchen gehörig und 220 Einwohner zählend, war einmal ein Zentrum von Hexenverfolgungen, über die gesagt wird, dass sie einer Hälfte der regionalen Bevölkerung das Leben gekostet hätten. Die Grausamkeit dieser Prozesse mag man sich heute nicht mehr vorstellen.

Umso mehr freut man sich darüber, dass sich in der Mitte des Ortes heute ein Gasthaus befindet, das in seinem Umfeld einmalig ist. Ein Gebäude im Lothringer Bauernhausstil wurde zu einer höchst gemütlichen Gaststätte umgerüstet. Die Räume sind rustikal eingerichtet und werden in den Abendstunden nur durch brennende Kerzen erhellt. Die Weinkarte ist hervorragend sortiert und das Essen verdient eine besondere Belobigung. Hausherr und Küchenchef ist Raimund Repplinger, der auf „Schloss Halberg" das Kochen gelernt hat. Ihm merkt man schon nach kurzem Gespräch an, dass ihm die Bewirtung seiner Gäste viel mehr als ein kommerzielles Bedürfnis ist.

Auf der Karte werden Speisen wie Pürierte Bretonische Fischsuppe, Knusprige Bratkartoffeln mit Spiegelei und frischem Salat, Black Tiger Garnelen oder Lendchen vom Eifelschwein angeboten. Nicht übergangen werden sollte auch der Nachtisch. „Semi fredo" mit Obst und Erdbeerensauce z. B. ist eine eigene Kreation des Chefkochs. Für die gebotene Leistung sind die Preise ausgesprochen günstig.

Außergewöhnliche kulinarische Angebote bleiben im Saarland nicht lange geheim, und so ist „Café School Kättchen" wie es offiziell heißt, zu einem beliebten Ort der Einkehr geworden. Saarlands Ministerpräsident Peter Müller und ebenso sein bayrischer Kollege Host Seehofer waren unter den Gästen.

Das „Kättchen" in seinem Namen verdankt das Lokal einer früheren Besitzerin, die mit Vornamen Katharina hieß, was im Saarland unweigerlich zu Kattrin, Käthe, Kätt oder Kättchen verniedlicht wird. „School" hingegen war nicht der Nachname besagter Dame, sondern bedeutet der regionalen Mundart nach „Schule". Zu Anfang des 19. Jahrhundert, nachdem in Preußen die allgemeine Schulpflicht eingeführt worden war, diente ein Teil der Räume als sog. „Ding-" „Wander-" oder „Winterschule". Von November bis März unterrichteten dort „gedungene" Wanderlehrer, meist kundige Handwerker, gegen geringes Entgelt die Dorfkinder. Den Rest des Jahres über hatten diese „schulfrei". Das sollte jedoch kein Grund sein, sie zu beneiden. Die wandernden Lehrer waren meistens mehr Rüpel als Pädagogen und in der schulfreien Zeit mussten die Kinder zu Hause, in der Landwirtschaft oder im Handwerksbetrieb ihrer Eltern zupacken. Das bedeutete harte Arbeit.

Wer sich in unseren Tagen in sein Auto setzt, nach Weierweiler fährt (Vorbestellung ist zu empfehlen) und sich dort eines der hervorragenden Steaks oder etwas anderes servieren lässt, kann hingegen gastronomische Mußestunden erleben, die er so bald nicht mehr vergessen wird.

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Fotos: Wiltrud Timmermann