Saarland Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.saarland-lese.de

Weiterempfehlen

Unser Leseangebot

 

Friedrich W. Kantzenbach

Erfundenes Glück

Der Autor beschäftigt sich auf lyrischem Weg mit den essentiellen Dingen des Lebens. Er reflektiert seine reichen literarischen Begegnungen und verarbeitet Reiseerlebnisse und persönliche Bekanntschaften mit Menschen, die ihn beeindruckten. Zunehmend durchdringen die Themen Krankheit, Tod und Vergänglichkeit seine Texte.

 

Stuhlsatzenhaus

Stuhlsatzenhaus

Hans Leiner

Montags, wenn die meisten Restaurants in und um Saarbrücken geschlossen haben, bildet das „Stuhlsatzenhaus" eine positive Ausnahme. Das hängt auch damit zusammen, dass es sehr nahe zur Universität liegt. Hier treffen sich Professoren, Doktoren und Studenten der Uni, aber auch Ausflugsgäste schätzen die Gaststätte, vor allem in den wärmeren Jahreszeiten, wenn im Garten Tische und Stühle aufgestellt sind.

Seit vier Generationen ist das Haus in Familienbesitz. Der Urgroßvater der heutigen Eigentümerin erhielt 1870 die offizielle Konzession zum Betreiben der Gaststätte. Schon bald danach wurde sie zu einem beliebten Ausflugslokal und, als nach dem 2. Weltkrieg die Saarbrücker Universität gegründet wurde, auch ein Ort akademischer Gespräche.

Ihren Namen hat sie von einem früheren Bewohner, der mit Familiennamen „Stuhlsatz" hieß und aus dem Elsass zugewandert war. Damals diente das Gebäude noch als „Torhaus" für die eingezäunten Wildreviere der Grafschaft Saarbrücken. Aufgabe des Besitzers war es, die Zugänge zu überwachen und das Wild vor fremden Zugriffen zu schützen. Dabei ergab es sich dann auch bald, dass an Waldarbeiter oder vorbeiziehende Fuhrleute Bier, Wein und Schnaps ausgeschenkt wurde.

 

Heute wartet auf den Gast eine wohl sortierte Speisen- und Getränkekarte und von Montag bis Freitag ein preis- und lobenswertes Stammessen. Zwei Leibgerichte der Saarländer beleben das Angebot: Lyoner Wurst mit Bratkartoffeln und „Gefüllte" (Klöße mit Hackfleischfüllung, Sauerkraut und Specksoße). Davon war auch meine Berliner Begleiterin sehr angetan.

Ruhetag ist der Samstag.

 

----

Fotos: Hans Leiner