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Unser Leseangebot

Roland Opitz
Kennst du Fjodor Dostojewski?

Das Leben Dostojewskis glich einer Achterbahnfahrt: stetig pendelnd zwischen Verehrung und Verachtung, zwischen Erfolg, Spielsucht und Geldnot. Mit 28 Jahren wurde er wegen revolutionärer Gedanken des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt, landet dann aber im sibirischen Arbeitslager.
Er gilt als Psychologe unter den Schriftstellern, derjenige der hinab schauen kann in die Abgründe der menschlichen Seele. Diese Biografie ist gespickt mit Auszügen aus seinen Meisterwerken sowie mit einigen seiner Briefe, die einen offenherzigen Menschen zeigen.

Stuhlsatzenhaus

Montags, wenn die meisten Restaurants in und um Saarbrücken geschlossen haben, bildet das „Stuhlsatzenhaus" eine positive Ausnahme. Das hängt auch damit zusammen, dass es sehr nahe zur Universität liegt. Hier treffen sich Professoren, Doktoren und Studenten der Uni, aber auch Ausflugsgäste schätzen die Gaststätte, vor allem in den wärmeren Jahreszeiten, wenn im Garten Tische und Stühle aufgestellt sind.

Seit vier Generationen ist das Haus in Familienbesitz. Der Urgroßvater der heutigen Eigentümerin erhielt 1870 die offizielle Konzession zum Betreiben der Gaststätte. Schon bald danach wurde sie zu einem beliebten Ausflugslokal und, als nach dem 2. Weltkrieg die Saarbrücker Universität gegründet wurde, auch ein Ort akademischer Gespräche.

Ihren Namen hat sie von einem früheren Bewohner, der mit Familiennamen „Stuhlsatz" hieß und aus dem Elsass zugewandert war. Damals diente das Gebäude noch als „Torhaus" für die eingezäunten Wildreviere der Grafschaft Saarbrücken. Aufgabe des Besitzers war es, die Zugänge zu überwachen und das Wild vor fremden Zugriffen zu schützen. Dabei ergab es sich dann auch bald, dass an Waldarbeiter oder vorbeiziehende Fuhrleute Bier, Wein und Schnaps ausgeschenkt wurde.

 

Heute wartet auf den Gast eine wohl sortierte Speisen- und Getränkekarte und von Montag bis Freitag ein preis- und lobenswertes Stammessen. Zwei Leibgerichte der Saarländer beleben das Angebot: Lyoner Wurst mit Bratkartoffeln und „Gefüllte" (Klöße mit Hackfleischfüllung, Sauerkraut und Specksoße). Davon war auch meine Berliner Begleiterin sehr angetan.

Ruhetag ist der Samstag.

 

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Fotos: Hans Leiner