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Berndt Seite

N wie Ninive
Erzählungen

In metaphorisch einprägsamen Stil  werden verschiedene Schicksale erzählt, die ihren Haupthelden alles abverlangen, sie an ihre Grenzen bringen. Bei der Frage nach der Schuld, nach Gerechtigkeit und Gott verstricken sich Zukunft und Vergangenheit. 

"Er hat einen eigenen Ton, ein bisschen mecklenburgisch erdenschwer, aber dann auch wieder sehr poetisch"

Frankfurter Allgemeine 07.10.2014 Nr. 232 S. 10 

Thomas de Choisy

Thomas de Choisy

Florian Russi

Er hing so sehr an „seiner" Stadt, dass er anordnete, im Falle seines Todes seinen Leichnam zwar in der Familiengruft in Mogneville (Departement Meuse) zu bestatten, sein Herz aber in Saarlouis zu belassen. Als 1965 die Pfarrkirche St. Ludwig umgebaut wurde, stießen Arbeiter auf das in einer Bleikapsel aufbewahrte Herz, das so lange für die Festungsstadt geschlagen hatte.

Thomas de Choisy (1632 - 1710) war der eigentliche Erbauer von Saarlouis. Zwar handelte er nach Anweisungen des großen Marschalls und Festungsbaumeisters Ludwig XIV., Sébastian de Vauban, und wurde von diesem gelegentlich auch angeleitet und kontrolliert, doch lag das Baugeschehen fast allein in Choisys Verantwortung.

Ludwig XIV. ernannte ihn auch zum ersten Gouverneur der Stadt. Von 1680 bis 1710 übte er dieses Amt aus. Er tat es als pflichtgetreuer Diener seines Königs und der ihm anempfohlenen Bürger. Die Saarlouiser ehren ihn noch heute, indem sie eine Ringstraße und den städtischen Fußballplatz nach ihm benannt haben. Auf dem Sportfeld wurde in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sogar um hohe Titel und Ehren gekämpft.

Choisy ist ein Sympathieträger geblieben. Sein Leben in Saarlouis verlief friedlich. Die Garnisonsstadt wurde nie zu einem militärischen Waffengang herausgefordert.

 

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Abb.: Reproduktion, Städtisches Museum Saarlouis